„Nebelhöhle“ soll Wohnhaus weichen

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 Ein Investor will das Haus mit der ehemaligen Gaststätte „Nebelhöhle“ abreißen, um dort ein neues Wohnhaus zu bauen.
Ein Investor will das Haus mit der ehemaligen Gaststätte „Nebelhöhle“ abreißen, um dort ein neues Wohnhaus zu bauen. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Ein Investor möchte in der Hindenburgstraße ein neues Wohnhaus mit etwa sechs bis acht Wohnungen bauen. Die ehemalige Gaststätte „Nebelhöhle“ soll dafür abgerissen werden, damit an dieser Stelle das neue Wohnhaus gebaut werden kann. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung der Bauvoranfrage sein Einvernehmen erteilt, aber mit dem Hinweis, dass man sich eher ein Satteldach als das geplante Flachdach wünschen würde.

In der Sitzung ging es um eine Bauvoranfrage, also noch nicht um eine Baugenehmigung. „Der Bauherr fragt, ob die Planung so genehmigungsfähig wäre“, erläuterte Bürgermeister Patrick Bauser. „Insbesondere, was die städtebauliche Einfügung angeht“, ergänzte er. Die „Nebelhöhle“ solle abgerissen werden, geplant seien sechs bis acht Wohnungen in dem neuen Haus, so genau gehe das aus der derzeit vorliegenden Planung noch nicht hervor. „Das Ganze soll vierstöckig werden“, sagte Bauser: Erdgeschoss, zwei Obergeschosse und ein Dachgeschoss vermutlich als Penthouse. Allerdings würde das neue Gebäude laut Bauser ein Flachdach haben, kein Satteldach mehr wie die bisherige „Nebelhöhle“.

Gemeinderat Frank Binder (CDU) freute sich über die Bauvoranfrage. „Ich finde sehr, sehr schön, dass hier ein Investor da ist“, sagte er. Damit könne die innerörtliche Entwicklung gefördert werden und Wohnungen in der Ortsmitte entstehen. Den Punkt Satteldach fand Binder nicht so schwerwiegend. Klar, es sei kein Satteldach mehr, aber man müsse sich davon verabschieden, dass heute noch so gebaut werde wie früher. Franz Raisle (FWV) dagegen betonte, dass ein Satteldach sich besser einfüge. „Vom Ortsbild her hätte hier natürlich so ein Satteldach besser hineingepasst als so ein Flachdach“, meinte er.

Gebäude in schlechtem Zustand

Bürgermeister Patrick Bauser verwies darauf, dass auch aus Kostengründen Bauherren in Neubaugebieten mehr und mehr vom hier in der Region traditionellen Satteldach abrücken. „Man will den Raum natürlich bis oben hin möglichst gut ausnutzen“, sagte Bauser. Gerade, weil das Bauen derzeit so teuer sei. Martin Kiem (CDU) äußerte seine Zustimmung zu der Bauvoranfrage. „Ich glaube nicht mehr, dass wir in der ,Nebelhöhle’ noch mal ein Bier ausgeschenkt bekommen“, ergänzte er mit Humor, was für Heiterkeit im Gremium sorgte. Das Haus, in dem früher die „Nebelhöhle“ untergebracht war, ist offensichtlich in keinem guten Zustand mehr. Das hatte auch Klaus Pfaff (FWV) im Sinn: Egal was der Investor da bauen wolle, schlechter als der jetzige Zustand könne es nicht werden.

Bürgermeister Patrick Bauser schlug als Kompromiss vor, dass die Gemeinde ihr Einvernehmen erteilt, aber den Hinweis gibt, dass man ein Satteldach lieber hätte, man aber auch ohne ein Satteldach „leben“ könne. Hermann Fink (FWV) hingegen war da skeptisch. „Ich würde keine Vorgaben machen“, sagte er, wobei Bauser dann ergänzte, der Kompromissvorschlag sei ja auch keine Vorgabe von Seiten der Gemeinde. Auch Frank Binder hielt nichts davon, dem Investor solche Empfehlungen zu geben, sodass der womöglich dann schon im Vorfeld abgeschreckt werde. Letztlich stimmte das Gemeinderatsgremium dann doch einstimmig für Bausers Kompromissvorschlag.

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