Nächstes Jahr rollen in Ebenweiler die Bagger

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 Ralf Gläser, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung, freut sich über den Zuschussbescheid von Staatssekretä
Ralf Gläser, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung, freut sich über den Zuschussbescheid von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. (Foto: Julia Freyda)

Ein vorweihnachtliches Geschenk hat Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch Ebenweiler am Montag überbracht: Mit rund 1,5 Millionen Euro unterstützt das Land die Flurneuordnung in der Gemeinde. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten etwa am Wegenetz beginnen.

Schon vor rund sieben Jahren wurden in Ebenweiler die Weichen für eine Flurneuordnung gestellt. „Es war ein langer Weg mit teilweise stürmischen Diskussionen, aber nun können die praktischen Maßnahmen bald beginnen“, sagte Bürgermeister Tobias Brändle.

18 Kilometer neue Erschließungswege

Der Schwerpunkt der Flurneuordnung in Ebenweiler liegt beim Ausbau des Wegenetzes. Auf rund 18 Kilometern werden wichtige Erschließungswege nutzergerecht ausgebaut. Nicht mehr benötigte Wege werden rekultiviert. „Dadurch können Schlaglängen vergrößert und die Bewirtschaftung erleichtert werden“, sagte die Staatssekretärin. Zudem werde der Ort durch die neuen Wege vom landwirtschaftlichen Durchgangsverkehr entlastet. Doch anders als bei Flurneuordnungen vor einigen Jahren stehe mittlerweile auch die Ökologie im Vordergrund. Etwa werden Gewässerschutzstreifen ausgewiesen, Biotope vernetzt, zusätzliche Pflanzen gesetzt und Flächen extensiv beweidet. Auch Sitzbänke und ein Grillplatz seien geplant. Denn das Wegenetz soll auch den Freizeitsuchenden dienen.

Auch Landrat Harald Sievers betonte die Vorteile der Flurneuordnung, bei der es drei Gewinner gebe: die Landwirtschaft, die Ökologie und die Bürgerschaft. In Ebenweiler sei es gelungen, allen Interessen gerecht zu werden. Mit dazu beigetragen haben Projektleiter Peter Hilsenbeck vom Landratsamt und Ralf Gläser, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung. „Nach Jahren der Planung wird nun endlich etwas sichtbar“, sagte Gläser. Er dankte für den Zuschuss des Landes, aber auch für die freiwillige Beteiligung der Gemeinde in Höhe von 120 000 Euro. Von den fast 1,9 Millionen Euro Gesamtkosten müssen die Grundstückseigentümer die verbleibenden rund 260 000 Euro tragen.

Ziel der Flurneuordnung ist, den Ausbaustandard der Wege zu verbessern und an die heutigen Anforderungen etwa der landwirtschaftlichen Maschinen anzupassen. Die oft kleinteiligen und zersplitterten Flächen werden zu betriebswirtschaftlich sinnvollen Einheiten zusammengelegt. In Ebenweiler geht es um eine betroffene Fläche von 644 Hektar und 1163 Flurstücke der 145 Eigentümer. Gurr-Hirsch lobte die Zusammenarbeit der Beteiligten: „Ein Flurneuordnungsverfahren ist eine Form der Bürgerbeteiligung. Da braucht man kompetente Leute, die strukturieren und vermitteln können.“ Der Beginn von Wege- und Wasserbau sowie den landschaftspflegerischen Maßnahmen ist für August des kommenden Jahres geplant.

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