Mit den Ferien fängt die Arbeit richtig an

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Der Verwaltungstrakt ist derzeit leer, weil es zum nächsten Schuljahr neue Böden und Möbel gibt.
Der Verwaltungstrakt ist derzeit leer, weil es zum nächsten Schuljahr neue Böden und Möbel gibt. (Foto: Fotos: Julia Freyda)

Sich im Liegestuhl auf dem Schulhof sonnen und den ganzen Tag Däumchen drehen – darüber kann Hans-Peter Kotschi, Hausmeister im Progymnasium Altshausen, nur lachen. Denn vor allem in den Sommerferien hat er viel zu tun.

Wenn für die Schüler das Schuljahr endet, fängt für den Hausmeister die Arbeit richtig an. Kleinere Reparaturen macht er selbst, bei größeren muss er sie mit Handwerkern koordinieren. „Während des Schulbetriebs erledige ich natürlich dringende Arbeiten sofort. Aber was warten kann, das schieben wir in die Ferien“, sagt Kotschi. Außerdem steht regelmäßig die Grundreinigung der Klassenzimmer an. Dafür müssen die Räume komplett ausgeräumt werden, damit der Boden intensiv gereinigt und neu versiegelt werden kann. „Das hält dann zwei bis drei Jahre, sodass wir zum Glück nicht jedes Jahr alle Räume machen müssen.“ Kotschi ist zuständig für neun Klassenzimmer im Progymnasium, vier im Ganztagesbereich und acht in der Förderschule. Hinzu kommen natürlich noch diverse Fachräume. Jedes Jahr werden die Sanitäranlagen ordentlich geschrubbt. „Da lege ich Wert auf Sauberkeit“, betont Kotschi.

Gegen Ende der Ferien muss er alle Klassenzimmer einrichten. Anhand eines Planes weiß er, wie viele Schüler es in der jeweiligen Klasse sein werden und so stellt er überall entsprechend genügend Tische und Stühle auf. Auch werden in allen Räumen zum Beispiel die Tafeln und Waschbecken kontrolliert. „Es wäre schließlich doof, wenn ausgerechnet am ersten Schultag etwas nicht funktioniert“, sagt Kotschi.

In der Regel bleibt aber auch für Hans-Peter Kotschi in den Ferien noch Zeit für drei Wochen Sommerurlaub. Nur in diesem Jahr fällt er kürzer aus. Da Lehrerzimmer und Verwaltungstrakt saniert und neu eingerichtet werden, muss der Hausmeister zur Stelle sein. Am ersten Ferientag mussten auch die Lehrer anpacken und alle Schränke ausmisten. Drei Anhänger mit alten Büchern und Unterlagen wurden entsorgt, 100 Umzugskartons gepackt. Mit einem Bauhofmitarbeiter hat Kotschi die alten Möbel in einem Container entsorgt. Alles was bleibt, lagert im Flur. Am Donnerstag vor Schulbeginn kommen die Lehrkräfte dann, um die neuen Möbel einzuräumen.

Trotz der Arbeit freut Kotschi sich immer auf die Ferien. „Dann ist die Arbeit ist viel entspannter“, sagt der Hausmeister. Denn so könne er eine Reparatur anfangen, das Werkzeug mal liegen lassen und später fortsetzen. Während des Schulbetriebs gehe das nicht. Zudem ist es natürlich im Progymnasium ohne die rund 150 Schüler deutlich ruhiger.

Seit 23 Jahren ist der gelernte Werkzeugmacher Hausmeister im Progymnasium, kennt jeden Winkel des Gebäudes und des Schulhofs. „Der Job ist handwerklich so abwechslungsreich. Das liebe ich“, sagt Kotschi. Nur eines mag er gar nicht: Wenn Jugendliche am Wochenende und abends auf dem Gelände rumlungern, Scherben und Müll hinterlassen. „So ein Verhalten ist einfach nur ärgerlich und unverschämt“, sagt der Hausmeister.

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