Friedhofsrundgang bietet einen Blick hinter die Kulissen

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Die Friedhofsführung bietet auch Geschichtliches: In Altshausen gab es zum Beispiel mal einen separaten Beamtenfriedhof.
Die Friedhofsführung bietet auch Geschichtliches: In Altshausen gab es zum Beispiel mal einen separaten Beamtenfriedhof. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Unter dem Motto „Der Altshauser Friedhof – Ein Ort der Lebenden“ lädt das Familienunternehmen Trunz aus Altshausen am Samstag, 28. April, auf den Friedhof ein. Bereits einen Tag davor wird ein Fachvortrag zum Thema Bestattungsvorsorge angeboten.

„Friedhof ist viel mehr als nur ein Ort der Trauer. Es ist ein Ort der Zukunft, der menschlichen Begegnung, ein Spiegel der Geschichte“, sagt Thomas Trunz, der die Veranstaltung gemeinsam mit seiner Familie seit einer Weile vorbereitet. Bei den Fachvorträgen zur Bestattungsvorsorge, die das Unternehmen seit einigen Jahren regelmäßig anbietet, kämen oft interessierte Nachfragen auch zum Thema Friedhof. Daher gebe es in diesem Jahr zwei Informationsangebote.

Beginn ist am Freitag, 27. April, um 14 Uhr mit einem Vortrag über Bestattungsvorsorgeregelungen im katholischen Gemeindehaus, Ebersbacherstraße 4. Am Samstag, 28. April, beginnt um 14 Uhr der geführte Rundgang über den Altshauser Friedhof. Der Eintritt ist jeweils frei. „Ich hoffe, dass das Wetter an dem Samstag gut ist, dann zeigt sich der Friedhof natürlich von seiner schönsten Seite. Die Frühjahrspflanzen verwandeln den Friedhof in eine blühende Pracht, und die Sonne scheint über den südlich des Friedhofs gelegenen Weiher“, sagt Trunz.

Die Führung beginnt am Haupteingang des Friedhofs im Bereich der Trauerhalle. Dort gibt es bereits interessante Einblicke in Bereiche, die normalerweise für Unbefugte gesperrt sind, etwa einen Raum für hygienische Verstorbenenversorgungen, der fast an eine Gerichtsmedizin erinnert. Im Bereich der Trauerhalle sowie auch in der Friedhofskapelle St. Salvator zeigt die Familie Trunz Möglichkeiten der personenbezogenen Dekoration von Trauerfeiern.

Vorbei geht es an den Priestergräbern und den Gräbern von Kriegsgefallenen. „Hierzu sowie auch zu dem geschichtlichen Hintergrund von Friedhofs- und Bestattungskultur gibt es allerhand interessantes zu erzählen. Nur die wenigsten werden wissen, dass es in Altshausen einmal einen separaten Beamtenfriedhof gegeben hat“, sagt Trunz. Der Rundgang wird weiter vorbei an den verschiedenen Grabarten gehen. Über die unterschiedlichen Grabarten mit unterschiedlichen Lauf- und Ruhezeiten, Sondernutzungsrechten und auch über die anfallenden Kosten wird ausführlich informiert.

Mit dem Sternenkindergrab „Leere Wiege“ verfügt der Altshauser Friedhof über eine Möglichkeit der Bestattung von tot geborenen Kleinstkindern, die laut Gesetz noch gar nicht bestattungspflichtig sind. „Dies ist für die Betroffenen ein Glücksfall, denn solch ein Grabfeld gibt es sonst nur in wesentlich größeren Kommunen“, sagt Thomas Trunz. Weiter südlich geht es dann zu einer weiteren Besonderheit. In einem neuartigen Urnengrabfeld wird die Individualität der modernen Bestattungskultur sichtbar. Kleine Gräber und wenig Pflegeaufwand stehen hier im Vordergrund. Abgeschlossen wird der Rundgang wieder hinter der Trauerhalle, wo Stehtische noch zum Austausch einladen.

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