Fleischwangen schafft einen neuen Rekord

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 Die fleißigen Sternsinger aus Fleischwangen: Jakob Fässler (vorne von links), Leon Eninger, Nele Jäggle und Emma Rimmele sowie
Die fleißigen Sternsinger aus Fleischwangen: Jakob Fässler (vorne von links), Leon Eninger, Nele Jäggle und Emma Rimmele sowie Marius Eninger (hinten von links), Elias Fäßler, Simon Eninger und Max Rimmele. (Foto: Privat)

Die Sternsinger in Fleischwangen haben in diesem Jahr einen neuen Rekord aufgestellt. Mehr als 16 000 Euro haben sie an zwei Tagen gesammelt. Diese Summe ist am Sonntag im Gottesdienst in Fleischwangen offiziell verkündet worden.

In zwei Gruppen mit jeweils vier Sternsingern waren die Jugendlichen in Fleischwangen, Guggenhausen und den zugehörigen Außenhöfen unterwegs. In rund 280 Haushalte haben sie den Segen gebracht und die Spendenbüchsen füllen lassen. Was abschließend zusammenkam hat Gerlinde und Franz Krone, Betreuer der Sternsingeraktion, sprachlos gemacht.

„Wir schaffen zwar schon seit einigen Jahren immer mehr als 10 000 Euro, aber dies ist nun wirklich ein neuer Rekord und eine riesige Freude für uns“, sagt Franz Krone.

Das Geld wird auf zwei Projekte aufgeteilt, welche die Fleischwanger schon seit mehreren Jahren unterstützen. Initiator der Sternsingeraktion in Fleischwangen war vor über 30 Jahren Josef Mütz. Er ist über den Altshauser Jochen Rimmele auf ein Milchbecher-Projekt in Argentinien aufmerksam geworden.

Rimmele war dort als Missionar und knüpfte Kontakte zu den Verantwortlichen vor Ort. Seitdem gehen jährlich Spenden in die Region Eldorado im nordöstlichen Argentinien an der Grenze zu Paraguay. Verwendet werden die Mittel, um täglich rund 300 Kinder mit einem Becher Milch und einem Stück Brot zu versorgen.

Zweite Hälfte ist für Indonesien

Pro Monat sind dafür rund 1000 Euro notwendig. Mit den rund 8000 Euro, die nach Argentinien gehen, sind Brot und Milchpulver für die Kinder somit vorerst wieder gesichert. Die andere Hälfte der Spenden bekommt ein Projekt in Indonesien, das die Fleischwanger seit drei Jahren unterstützen. Auf der Insel Nias gibt es eine Einrichtung, die verwaiste und ausgesetzte Kinder versorgt und von den Franziskanerinnen des Klosters Reute betreut wird. Wie das Milchbecher-Projekt in Argentinien ist auch das indonesische vom Kindermissionswerk zertifiziert und wird regelmäßig überprüft.

„So haben wir durch unsere eigenen Kontakte, aber auch das Missionswerk das Vertrauen, dass das Geld gut angelegt ist“, sagt Krone. Vergangenes Jahr haben Gerlinde und Franz Krone sich das Milchbecher-Projekt in Argentinien erstmals angeschaut. Ende September luden sie zu einer Fotoschau mit Erläuterungen. „Die war gut besucht. Es waren nicht nur Interessierte aus unserer Gemeinde da und haben auch fleißig gespendet“, sagt Franz Krone.

Die rund zusätzlichen 8500 Euro, die dabei zusammengekommen sind, gehen nach Argentinien. Damit sollen etwa verödete Brunnen oder zusammengefallene Dächer repariert werden. Denn was Familie Krone bei ihrem Besuch vor Ort schließlich gesehen hat, führte ihnen vor Augen, dass die Menschen noch viel Unterstützung benötigen. „In der Region Eldorado leben 60 Prozent der Menschen in absoluter Armut. In Argentinien gehört das Gebiet zu den viertärmsten im ganzen Land“, berichtet Krone. Die Menschen leben im Randbezirk rund um die Stadt Eldorado in undichten Holzhütten mit Lehmboden. „Wir haben ein Heim besucht, in dem die alten Menschen mit psychisch Kranken in kleinen Zimmern zusammengepfercht waren.

Das sind für uns unvorstellbare Zustände“, sagt Krone. Einen Grund für die Großzügigkeit der Menschen in Fleischwangen und Guggenhausen sieht Krone in dem Vertrauen in das Projekt. „Die Spender wissen, dass das Geld komplett ankommt und keine Werbung oder Gehälter damit finanziert werden müssen.“

Bei ihrem Besuch in Argentinien hat sich für Gerlinde und Franz Krone bestätigt, dass die Mittel gut investiert sind. „Es ist natürlich etwas frustrierend, dass dort trotz der schon vielen Spenden noch immer schwierige Lebensumstände herrschen, aber die Arbeit vor Ort läuft absolut korrekt ab“, sagt Krone. Die Mittel würden von Diakon Gerardo Vetter verwaltet, bei dem das Paar aus Fleischwangen während seines Aufenthaltes auch wohnen konnte.

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