Ein Schnupperjahr zum halben Preis

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 Carmen Lochmiller und Markus Neubert kümmern sich beim Musikverein Altshausen um die Jugendarbeit.
Carmen Lochmiller und Markus Neubert kümmern sich beim Musikverein Altshausen um die Jugendarbeit. (Foto: Julia Freyda)

Wer Interesse hat, meldet sich bei Carmen Lochmiller unter der Telefonnummer 07584/91407

Wie viele andere plagen auch den Musikverein Altshausen Nachwuchssorgen. Um das Erlernen eines Instrumentes schmackhaft zu machen, setzt die Vereinsführung nun auf ein Schnupperjahr. Dabei kostet der Unterricht für Blechblasinstrument oder Schlagzeug 25 statt 50 Euro im Monat.

Insgesamt elf Instrumente hat der Musikverein Altshausen aktuell zu bieten. Der größte Nachwuchsbedarf herrscht bei Schlagzeug und Blechbläsern wie zum Beispiel Trompete, Horn und Tuba. Fast 60 Aktive zählt der Verein derzeit, hat 22 Musiker in der Ausbildung. „Das klingt vielleicht zunächst nach viel Nachwuchs, aber es waren schon mal deutlich mehr“, sagt Carmen Lochmiller, die mit Markus Neubert die Jugendarbeit leitet. Von der ersten Unterrichtsstunde bis zur Aufnahme in das aktive Orchester dauere es bei Kindern oft vier Jahre. Also möchte der Verein jetzt schon die Werbetrommel rühren, damit nicht sonst bald Lücken klaffen. „Erwachsene lernen oft viel schneller und sind natürlich auch willkommen“, sagt Neubert. Manch Altshauser Musiker habe erst im Rentenalter angefangen, aber schon bald mit auf der Bühne gesessen.

Wer Interesse hat, kann sich beim Musikverein die einzelnen Instrumente anschauen. Wer schon weiß, was er spielen möchte, bekommt direkt eine Probestunde. Die zehn Lehrer bieten im Regelfall Einzelunterricht an. Wenn es sich anbietet, ist auch Doppelunterricht möglich. Wenn die neuen Musiker meistens nach rund einem Jahr so weit sind, können sie durch eine Kooperation bei den Bläserlingen und dem Jugendblasorchester in Bad Saulgau mitmachen, da die Youngstars Altshausen-Boms nur noch projektbezogen proben. Zusätzliche Kosten sind dafür nicht zu tragen, da die Firma Drebo aus Altshausen dies durch eine großzügige Spende übernimmt.

Im Schnupperjahr kostet der Unterricht 25 statt 50 Euro monatlich. Hinzu kommt eine Leihgebühr für das Instrument in Höhe von fünf Euro im Monat. „Wer ein Instrument lernen möchte, der muss viel üben. Nur der Unterricht reicht nicht aus, man muss sich auch zu Hause noch hinsetzen und weitermachen“, sagt Manuela Tyborski, die im Vorstand für Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Mit der Entwicklung der Grundschule zur Ganztagesschule, aber auch dem verkürzten Weg zum Abitur nach acht Jahren seien die Kinder und Jugendlichen schon sehr eingebunden. „Bei manchen Eltern spielt bei der Wahl des Hobbys aber auch das Finanzielle eine Rolle. Mit dem Schnupperjahr wollen wir hier bei einer ersten Hürde helfen“, sagt Tyborski.

Seit diesem Schuljahr gibt es auch wieder eine Kooperation mit der Herzog-Philipp-Verbandsschule. Dort können Kinder den Blockflötenunterricht als Nachmittagsbetreuung wählen. Als musikalische Frühförderung gibt es schon seit einigen Jahren das Projekt Musikus im Kindergarten. „Für viele Menschen sind wir ein fester Bestandteil bei Veranstaltungen“, sagt Tyborski. Denn wenn etwa Gruppen des Musikvereins an Heiligabend unterwegs sind und das erste Mal „Stille Nacht“ spielen, sei für viele erst so richtig Weihnachten. Damit dies so bleibt, müssen weiterhin genügend Interessierte zu den Instrumenten greifen.

Wer Interesse hat, meldet sich bei Carmen Lochmiller unter der Telefonnummer 07584/91407

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