Eier, Brot und Wurst gibt es auf Knopfdruck

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Silke Leuter (von links), Elke Lambert, Jakob Leuter vom Hof in Glochen sowie Bürgermeister Peter Wetzel freuen sich, dass die
Silke Leuter (von links), Elke Lambert, Jakob Leuter vom Hof in Glochen sowie Bürgermeister Peter Wetzel freuen sich, dass die neuen Automaten laufen. (Foto: Julia Freyda)
Schwäbische Zeitung

Rund um die Uhr ist in Boms die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln gesichert. Familie Leuter hat dort in der vergangenen Woche zwei Automaten aufgestellt, in denen es auf Knopfdruck regionale Produkte gibt – daher auch Regiomat genannt.

Den Wunsch nach einem solchen Automaten hat Bürgermeister Peter Wetzel schon länger. „Wir wurden immer wieder entmutigt, weil Fachleute meinten, dass wir nicht genügend Umsatz hätten“, berichtet Wetzel. Silke Leuter vom landwirtschaftlichen Betrieb Leuter in Glochen hat die Sache schließlich selbst in die Hand genommen. „Viele Produkte haben wir auch schon in unserem Hofladen. Weitere kaufen wir hinzu“, sagt die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin. Als Standort fiel nach Rücksprache mit der Gemeinde schnell die Wahl auf das Gelände am Dorfgemeinschaftshaus. „Denn es liegt gut angebunden an die B32. Glochen wäre schon zu weit weg“, sagt Wetzel.

Die Zimmerei Jürgen Ummenhofer hat eine kleine Hütte gebaut, drin sind die zwei Automaten untergebracht. „Die Lebensmittel benötigen unterschiedliche Lagertemperaturen. Außerdem wollten wir ein möglichst umfangreiches Sortiment und haben daher direkt zwei gekauft“, sagt Leuter. So warten im rechten Automat zum Beispiel Milch, Butter, Grillfleisch, Würstchen und Wurstwaren – überwiegend aus eigener Produktion – auf die Käufer. Im linken gibt es frisches Bauern- und Dinkelvollkornbrot, Eier der eigenen Hofhühner, Nudeln und Honig. Einen fünfstelligen Betrag hat die Familie insgesamt investiert. In der vergangenen Woche sind die Automaten in Betrieb gegangen. Mit den ersten Geschäftstagen ist Silke Leuter schon sehr zufrieden. 150 Einkäufe haben die Automaten in der ersten Woche verbucht, vor allem Brot, Eier und Milch seien gefragt gewesen. „Immer wenn ich vor Ort gewesen bin, war jemand dort.“ Viele seien zunächst auch nur gekommen, um mal zu gucken. „Die Resonanz ist durchweg positiv. Die Menschen sehen es als eine Bereicherung“, sagt Leuter. Zweimal täglich schauen sie oder ihre Auszubildende Elke Lambert nach dem Automaten, füllen die Waren bei Bedarf wieder auf.

Die Bedienung ist einfach: Geld einwerfen, Nummer des Fachs drücken und die Ware aus dem Ausgabefach holen. Selbst der Eierkarton kommt heile unten an. Denn im Automat fährt ein kleiner Aufzug hoch zur gewünschten Regalebene, das Produkt wird rausgeschoben und sicher nach unten transportiert.

Für das Areal am Dorfgemeinschaftshaus hat Wetzel auch schon weitere Ideen: „Wenn wir noch Sitzgelegenheiten schaffen und zum Beispiel eine Elektroladesäule aufstellen, dann hätten wir einen idealen Rastplatz.“

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