Dornahof kocht bis zu 5000 Mittagessen

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Vor der neuen Großküche hören die Besucher der Einweihung den Rednern zu.
Vor der neuen Großküche hören die Besucher der Einweihung den Rednern zu. (Foto: Fotos: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Mit einer Feier hat der Dornahof am Freitag seine neue Großküche an seinem Stammsitz in Altshausen eingeweiht. Die Dorna-hof-Mitarbeiter können mit der neuen Großküche nun insgesamt bis zu 5000 Mittagessen am Tag produzieren.

„Ein großes Werk ist nun fertiggestellt“, freute sich Volker Braun, einer von zwei Vorstandsmitgliedern. Es sei eine der größten, vielleicht auch die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Dornahofs. Ausgangspunkt für die Entscheidung zum Bau einer neuen Großküche sei gewesen, dass die alte Küche sanierungsbedürftig war. Auch war sie zu klein: „Wir produzieren schon länger an unseren Kapazitätsgrenzen“, berichtete Braun. Mit der neuen Küche könne man nun bis zu 5000 Mittagessen pro Tag produzieren. Insgesamt hat der Dornahof, der auch noch in Riedlingen einen Standort hat, laut Braun drei Großküchen. Im Juni vergangenen Jahres erfolgte der Spatenstich. Es sei ein sehr sportlicher Zeitplan gewesen, die neue Großküche in etwas mehr als einem Jahr zu bauen, bemerkte Braun; die neue Küche ging August in Betrieb.

Wie Braun berichtete, gab es aber auch Schwierigkeiten. Vor allem emotionale: Reiner Hugger, Leiter des Bereichs Speisenversorgung und Großküchen, erkrankte. „Es sind aber alle nochmals enger zusammengerückt“, beschrieb Volker Braun die damalige Lage.

Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Staatssekretärin im Landesministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, betonte, dass inzwischen fast 40 Prozent der Menschen außer Haus essen würden – sei es in der Kita, im Kindergarten, in Schulen, Betriebsrestaurants oder Kantinen. Sie wies darauf hin, dass das Thema Ernährung in der Politik jetzt einen anderen, höheren Stellenwert habe als noch vor Jahren. Inzwischen würden aufgrund von ernährungsbedingten Krankheiten mehr als 80 Milliarden Euro an Kosten entstehen. „Das sind dann auch Zahlen, bei denen die Politik aufwacht“, so Gurr-Hirsch. Deshalb lobe sie ausdrücklich den „breiten Versorgungsbogen“, den der Dornahof anbiete – das Unternehmen beliefert auch unter anderem Schulmensen und Kindergärten. „Wir wissen ja, dass Jugendliche oft unzureichend gefrühstückt haben, wenn sie in die Schule kommen“, sagte Gurr-Hirsch. Auch ältere Menschen seien in dieser Hinsicht manchmal eine schwierige Gruppe.

Ein Meilenstein

Die neue Großküche bezeichnete Hans-Ulrich Weth, Vorsitzender des Verwaltungsrats, als einen Meilenstein in der Dornahof-Geschichte. „Der Dornahof hat durch eine gute, auch zertifizierte Qualität einen festen Kundenstamm und auch ein hohes Renommee gewonnen“, stellte er fest. „Das ist ein Erfolg, den wir uns einfach mal an die Brust heften dürfen“, ergänzte er.

„Das ist eine richtig große Nummer, was der Dornahof macht“, anerkannte Bernhard Pflaum vom Kommunalverband Jugend und Soziales Baden-Württemberg, der das Projekt finanziell unterstützt hatte. Finanzierungspartner des Dornahofs ist die Kreissparkasse Ravensburg. Norbert Martin, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank, hatte einen Briefumschlag dabei, er überreichte Dornahof-Vorstandsmitglied Walter Braun eine Spende in Höhe von 5000 Euro. Bürgermeister-Stellvertreter Robert Schweizer bemerkte, dass der Dornahof, auch wenn er etwas außerhalb vom Ortskern von Altshausen liegt, doch ein fester Bestandteil der Gemeinde Altshausen sei.

Pfarrerin Barbara Koch segnete die neue Großküche. Günter Laubheimer vom Ingenieurbüro GHL übergab anschließend einen symbolischen, gebackenen Schlüssel. Zum Ende ergriff auch Reiner Hugger das Wort. Er dankte der Küchenmannschaft dafür, dass sie während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit „das Schiff über Wasser gehalten hat“. Er verdeutlichte, welche Entwicklung die Mittagessen-Produktion des Dornahofs im Lauf der Jahre genommen hat: Im Jahr 2001 waren es noch 800 Essen pro Tag, 2004 dann schon 1300 Essen.

Im Dornahof Altshausen arbeiten und leben Menschen, deren Leben zuvor von Wohnungslosigkeit geprägt war oder die eine Suchterkrankung, eine psychische Erkrankung oder andere soziale Probleme haben oder hatten.

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