360 Jahre Musikgeschichte geehrt

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Chorleiter Wolfgang Vollmuth, Anton Hepp, Pfarrer Christof Mayer und die Vorsitzende Roswitha Lutz (erste Reihe von links) freue
Chorleiter Wolfgang Vollmuth, Anton Hepp, Pfarrer Christof Mayer und die Vorsitzende Roswitha Lutz (erste Reihe von links) freuen sich mit den Geehrten des Kirchenchores Ebenweiler. (Foto: Eugen Kienzler)
Eugen Kienzler

Am Hochfest der Erscheinung des Herrn, dem Dreikönigstag, ist es in Ebenweiler feste Tradition, dass der Kirchenchor den Gottesdienst gestaltet und anschließend seine Jahresfeier abhält. In diesem Jahr mit der Ehrung von langjährigen Chormitgliedern.

Festlich erklangen Trompete und Orgel zur Eröffnung des Gottesdienstes, der von Pfarrer Christof Mayer zelebriert wurde. Mit dem händel’schen „Freuet euch all“ machten die Sänger die Intention des Gloria strahlend und dynamisch deutlich, um dann zum Zwischengesang mit „Menschen die ihr wart verloren“ nochmals die Werte von Weihnachten zu besingen. Den Freskenzyklus in der romanischen St. Prokuluskirche im südtirolerischen Naturns, der den Zug der Weisen aus dem Morgenland darstellt, nahm Pfarrer Mayer in seiner Predigt auf, um anhand dieser Darstellungen die Etappen des ungebrochenen Glaubenlebens früherer Jahrhunderte in den Kontext der heutigen Zeit zu stellen.

Kirchenchor füllt oberschwäbisches Wirtshaus

„So freuen wir uns zu guter Zeit“ und das Trompeten- und Orgelsolo „Trumpet Movement“ beendeten den festlichen Gottesdienst, für den es zurecht nicht nur von Pfarrer Mayer, sondern auch von den Gottesdienstbesuchern Lob an den Chor, aber auch an Renate Langenberger an der Orgel und Arthur Frech an der Trompete gab. „Es ist schon außerordentlich, ein oberschwäbisches Wirtshaus mit einem Kirchenchor zu füllen“, war die humorige Feststellung von Pfarrer Mayer bei der Begrüßung zur weltlichen Feier im Gasthaus „Adler“. In der Tat ist ein 43-köpfiger Chor der Musica sacra in dem auch auffallend viel junge Gesichter vertreten sind, wie es beim Kirchenchor St. Urban der Fall ist, nicht alltäglich. Damit zählt er mit zu den großen Chören des Dekanats, stellte Pfarrer Mayer, der auch der Dekanatspräses für Kirchenmusik ist, anerkennend fest.

Sein Dank galt dem Chorleiter Wolfgang Vollmuth, der vor fünf Jahren der Chor nach dem überraschenden Tod von seinem Vorgänger Werner Pankoke übernommen hat und ihn bis heute führt. Auch nicht alltäglich ist, dass eine Kirchengemeinde gleich zwei Organistinnen hat. In Ebenweiler sorgen Sonja Gauggel und Renate Langenberger dafür, dass die Orgel immer besetzt ist. Im Mittelpunkt der Feier standen die Ehrungen für langjährige Dienste in der Musica sacra.

Als Dekanatspräses würdigte Pfarrer Mayer in einer Laudatio die 13 Chormitglieder, die gemeinsam 360 Jahre im Dienste der Kirchenmusik repräsentieren. Seit zehn Jahren im Chor sind Ulla Krüger, Claudia Rilli und das Ehepaar Andrea und Wolfgang Vollmuth. 15 Jahre singen Paul Linz und Raimund Lupberger und auf 20 Jahre bringt es Roswitha Staudacher. Für sie alle gab es die Ehrenurkunde des Dekanats.

Ein Vierteljahrhundert singen Werner Gauggel und Anita Geromiller, auf 30 Jahre bringt es Carmen Metzler. Dafür gab es die Ehrenurkunde und die Ehrenzeichen des Cäcilienverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 55 Jahre singen hingegen bereits Ulrike Bauhofer und Margherita Steinhauser. Sie erhielten ebenso wie Anton Hepp neben der Ehrung durch den Cäcilienverband den Ehrenbrief von Bischof Gebhard Fürst.

Anton Hepp ist schon als 14-Jähriger in den Kirchenchor eingetreten und singt seit nunmehr 70 Jahren zur Ehre Gottes. Für diese Leistung gab es einen Beifall des Chores. Anton Hepp ist nicht nur Sänger, sondern auch seit 67 Jahren Mesner der Kapelle in Kreenried. Die Vorsitzende des Chores, Roswitha Lutz, dankte Pfarrer Christof Mayer für die gute Zusammenarbeit, dem Chorleiter Wolfgang Vollmuth für sein Engagement und den Chormitgliedern für ihren Probenbesuch und für den guten Zusammenhalt, der den Chor auszeichnet.

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