„Wir sind in der Realität angekommen“

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 Für den Aitracher Kindergarten Arche Noah wurde der Bedarfsplan erstellt.
Für den Aitracher Kindergarten Arche Noah wurde der Bedarfsplan erstellt. (Foto: Olaf Schulze)
Olaf Schulze

Über die künftige Belegung und die Planung der Aitracher Kindergärten Arche Noah und St. Bernhard berichtete Hauptamtsleiter Roland Neumaier in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Anwesend waren auch Ortspfarrer Ernst-Christof Geil sowie die Kindergartenleiterinnen Jennifer Räth und Hilde Wimhofer.

Die wichtigste Änderung im Kindergarten-Bedarfsplan 2019/20120: Ab dem 1. Januar 2020 wird in der Arche Noah keine Schulkinderbetreuung mehr angeboten. Künftig werden diese nur noch in der Schule von zehn ehrenamtlichen Jugendbegleitern betreut. Grund dafür ist unter anderem eine erhebliche Zunahme von Anmeldungen (18 Schulkinder) zum kommenden Kindergartenjahr.

Insgesamt summiert sich damit die künftige Belegung der beiden Kindergärten auf insgesamt 123 Kinder, die in fünf Gruppen mit unterschiedlichen Betreuungsangeboten eingeteilt sind und von insgesamt 14 Erzieherinnenen betreut werden.

Die Kinderbetreuung der bis zu drei Jahre alten Kindern erfolgt im neu gegründeten Kindergarten St. Bernhard. Dort wird eine Gruppe mit zehn Kinder ab dem ersten Lebensjahr betreut. Ab Dreijährige besuchen die Einrichtung Arche Noah.

Zwei Gründe für die Entwicklung, die zu einem „harten Schnitt“ führen könne, nannte Bürgermeister Thomas Kellenberger: Das Bevölkerungswachstum in der Gemeinde wird weiter steigen, so die Prognose des Statistischen Landesamtes, zumal in Aitrach momentan ein Baugebiet mit 34 Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut wird. Und die Schülerbetreuungszahlen, die teilweise im Kindergarten betreut wurden, haben sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. „Wir sind in der Realität angekommen, wobei dies die Spitze des Eisberges ist“, so Kellenberger.

Beleuchtet wurde auch die finanzielle Situation der Aitracher Kindergärten. Gegenüber dem Vorjahr steigen die je nach unterschiedlichen Betreuungszeiten und Kinderzahl gestaffelten Kindergartenbeiträge für Kinder bis zu unter 18 Jahren um etwa drei Prozent, und für die Kinderbetreuung an der Grundschule werden 59 Euro erhoben. Die Kosten für eine Ein-Kind-Familie schwanken zwischen Kinderkrippe (376 Euro) und Regelgruppe (128 Euro).

Damit soll ein Deckungsgrad von 15 Prozent erreicht werden. Darüber hinausgehend gibt es noch eine Freiwilligkeitsleistung, bei der auch für Jugendliche über 18 Jahre bei der Beitragsabstufung berücksichtigt werden, sofern sie kindergeldberechtigt sind. Bezüglich der Elternbeiträge hält sich die Gemeinde bereits seit über 20 Jahren an die jeweilige Empfehlung der kirchlichen und kommunalen Landesverbände.

Die vorliegenden Gesamtkosten für das Abrechnungsjahr 2017 bezifferte Roland Neumaier auf 492 000 Euro. Den Löwenanteil daran stemmt die bürgerliche Gemeinde mit 93 Prozent, die Kirchengemeinde steuert drei Prozent bei. Vom Land rechnet die Gemeinde für das Jahr 2019 mit einen Zuschuss von 270 600 Euro.

Auch über die erfolgten und geplanten Investitionskosten gab der Hauptamtsleiter Auskunft: Die Einrichtung der Kinderkrippe St. Bernhard als Provisorium im Schulzentrum im Jahr 2017 belief sich auf 70.000 Euro. Der Neubau einer Krippengruppe im Zuge des Schulumbaus bis zum Jahr 2020 schlägt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche. An Gesamtzuschüssen für dieses Großprojekt erwartet man mehr als 550 000 Euro.

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