Putzete am Iller-Ufer: Vom Autoreifen bis zur Würstchenverpackung

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Stellv. Redaktionsleiter/Redakteur Bad Wurzach

Ein herrliches Stückchen Natur ist der Uferbereich der Iller bei Aitrach. Wer dort mit offenen Augen entlangspaziert, entdeckt viel Schönes – und viel Müll.

Weil ihn das ärgert, hat Dietmar Weckwerth aus Aitrach 2017 die Aktion „Aitrach macht seine Iller sauber“ ins Leben gerufen. Über seine Facebook-Gruppe trommelt er seitdem immer Ende März, bevor die Vögel in den Gebüschen und am Flussufer brüten, Menschen zur Putzete zusammen.

In zwei Gruppen

Ein Dutzend hat sich am vergangenen Samstag am Bauhof der Gemeinde getroffen. In zwei Gruppen zogen sie los, die eine Richtung Campingplatz, die andere Richtung bayerische Grenze. Ausgerüstet mit Greifzangen, Müllbeuteln und Getränken.

Der Ärger, dass es Menschen gibt, die gedankenlos die Natur vermüllen, eint alle, die sich hier zusammentun. „Gemeinsam macht so etwas einfach viel mehr Spaß, als wenn man alleine losziehen würde“, bringen Anna und Meli einen weiteren Aspekt der Aktion ins Spiel.

Gitterroste und Blumenschalen

Flaschen aus Plastik und Glas, Papiertaschentücher, Tetra-Packs, leere und gefüllte Abfallbeutel finden sich in den folgenden drei Stunden zuhauf, mitten auf dem Weg, in Gebüschen und am Ufer. Und auch auf alte Heckenscheren, einen Autoreifen samt Felge, Gitterroste und sogar tönerne Blumenschalen stoßen die Müllsammler.

Besonders viel Abfall wurde an einer Grillstelle am Iller-Ufer hinterlassen. Dort finden die Putzete-Teilnehmer auch die Verpackungen des mitgebrachten Grillguts. Würstchen, Steaks und Bier scheint die Verpflegung der Griller gewesen zu sein, die dann aber nicht willens waren, ihren Müll nach Hause mitzunehmen. Lieber warfen sie ihn ins nahe Gebüsch, in das sich nun die Helfer oft mühsam hineinkämpfen – Kratzer an den Armen inklusive.

Bauhof unterstützt

Kleinteile landen in ihren Müllsäcken, größere stellen sie ebenso wie volle Müllsäcke am Wegesrand ab. Dort, so hat Weckwerth mit dem Aitracher Bauhof vereinbart, werden sie von diesem Anfang der Woche abgeholt.

Auch wenn am Ende sieben Müllsäcke voll sind, zieht Weckwerth eine positive Bilanz der diesjährigen Aktion. „Das war bei Weitem nicht so viel wie in den vergangenen zwei Jahren, als wir am Ende 30 beziehungsweise 15 Müllsäcke gefüllt haben.“ Auch sei viel weniger an Sperrmüll gefunden worden als in den Vorjahren.

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