Neues Baugebiet in Aitrach

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Olaf Schulze

Die Gemeinde Aitrach schafft neuen Wohnraum. Auf einem landwirtschaftlichen Wiesengelände entlang der Neue-Welt-Straße werden insgesamt 37 Bauplätze für zweigeschossige Mehr-, Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser geschaffen. Sie sollen auf einer insgesamt 34 570 Quadratmeter großen Fläche entstehen und somit die Nachfrage nach dringend notwendigen Wohnraum erfüllen. Den Vorentwurf zu dem Bebauungsplans de Allgemeinen Wohngebietes und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit billigte der Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung.

Ein Vorhaben, das allein schon wegen der weiterhin guten wirtschaftlichen Entwicklung und der damit steigenden Arbeitsplätzen und einem vorhergesagten Bevölkerungszuwachs von bis zu 400 Einwohnern, dringenden Handlungsbedarf erfordere, so Bürgermeister Thomas Kellenberger. Er verwies auf die arg begrenzten Möglichkeiten von Baugebieten in der Illertalgemeinde, bedingt durch natürliche und technische Faktoren, so dass laut der Fortschreibung im Flächennutzungsplan bis 2030 nur noch eine Wohnbaufläche an der Illerstraße von 1,1 Hektar ausgewiesen sei, die jedoch aktuell wegen der Lage im Überschwemmungsbereich nicht zur Verfügung stünde. Auf Grund der Dringlichkeit wolle man daher das Vorhaben “Neue-Welt-Straße” im sogenannten beschleunigten Verfahren durchführen. Will heißen, hier ist kein naturschutzrechtliches Verfahren wie die Ausweisung von Ausgleichsflächen notwendig. Festhalten wolle man allerdings an den Möglichkeiten einer Bürgerbeteiligung: Diese findet am Donnerstag, 8. August, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Aitracher Rathauses statt. Wenn alles rund läuft, könne man mit dem Baubeginn der Erschließungsarbeiten im Frühjahr des nächsten Jahres rechnen, so der Gemeindechef.

Was und wie das Ganze verwirklicht werden soll erläuterten die Planer Rainer Waßmann aus Kressbronn, Dirk Theobold von der AGP Bad Waldsee und Stefan Geiger von der VR-Bank Memmingen dem Gremium in der jüngsten Sitzung. Auf einem detaillierten Luftbildplan waren die Anordnungen der Häuser, der Straßen, des Gehweges, eines Spielplatzes mit Retentionsgebiet als Überflutungsfläche sowie Grünflachen übersichtlich dargestellt. Hierzu lieferte Stadtplaner Waßmann die Informationen zu Grundstücksgrößen, Geschosshöhen, Bodenformen, Stellplätzen und so weiter.

Informiert wurde auch über eine Bushaltestelle sowie eine separaten Gehweg zum Ferthofer Weg. Wie es mit der Erschließung des Allgemeinen Wohngebietes aussieht, schilderte Dirk Theoboldt: Zwei Zufahrtsmöglichkeiten erfolgen über die Neue-Welt-Straße, die noch um 1,50 Meter verbreitert wird und als 30er-Zone ausgewiesen und mit einer Bushaltestelle geplant ist. Sie münden in eine innere Erschließungsstraße, die mit 5,50 Metern Gesamtbreite gebaut wird. Das künftige Niederschlagsabwasser von Dach- und Straßenflächen wird über Regenwasserkanäle zum Rückhaltebereich unter der geplanten Grünfläche beim Spielplatz geleitet und in die nahe gelegene Iller abgeführt werden. Noch nicht endgültig geklärt ist die Gestaltung des Gehweges zum Ferthofer Weg. Dieser sei wegen einer erheblichen Steigung für Rollstuhlfahrer schwerlich befahrbar, so verschiedene Meinungen aus der Mitte des Gremiums. Da bestehe dringender Handlungsbedarf für eine behindertengerechte Lösung, so die vehemente Forderung von Carla Mayer (CDU). Thematisiert wurden auch die Möglichkeiten regenerativer Energie, Mehrgenerations-Wohnen und steinlose Vorgärten. Diesen Ökologischen Aspekt bezüglich der Vorgärten ohne Steine könne man doch im Bebauungsplan verbindlich festschreiben, regte Peter Beuter (SPD) an. Damit konnte sich Hauptamtsleiter Roland Neumaier jedoch nicht so ganz anfreunden. Eine Artenschutzrechtliche Beurteilung verzeichnete keine Bedenken, Schallschutzmaßnahmen sollten allerdings passiv wahrgenommen werden.

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