In Aitrach werden ab Montag Stromleitungen verlegt

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Ein Kabelpflug kommt auf der rund fünf Kilometer langen Strecke größtenteils zum Einsatz.
Ein Kabelpflug kommt auf der rund fünf Kilometer langen Strecke größtenteils zum Einsatz. (Foto: Netze BW)
Schwäbische Zeitung

In der kommenden Woche beginnt die Netze BW mit der Verlegung einer 20 000-Volt-Doppelleitung zwischen Aitrach und Mooshausen.

Der rund eine Million Euro teure, gut fünf Kilometer lange Abschnitt schließt die umfassende Modernisierung des regionalen Mittelspannungsnetzes weitgehend ab. Während der ersten Bauphase ist in der Bahnhofstraße eine vorübergehende Ampelregelung erforderlich. Das teilt die Netze BW mit.

Die Trasse für die deutlich leistungsfähigeren Erdkabel beginnt am nord-westlichen Ortsrand von Mooshausen und verläuft stets nahe der Iller bis zur Autobahnbrücke. Der Abschnitt gehört zur seit Jahrzehnten bestehenden Verbindung zwischen den Kraftwerken Tannheim und Aitrach.

Parallele Leitungsstränge und mehrere Abzweige gewährleisten die Versorgung der beiden Gemeinden sowie die Aufnahme der Einspeisung aus dezentraler Erzeugung in der Region. „Insbesondere der starke Zubau von Fotovoltaikanlagen hat das regionale Mittelspannungsnetz in den vergangenen Jahren jedoch an seine Grenzen gebracht“, erläutert der verantwortliche Planer der Netze BW, Eugen Knupfer. Zudem seien die bisherigen Freileitungen vielfach ans Ende ihrer Lebensdauer gelangt.

Bereits seit 2014 setzt die EnBW-Tochter deshalb ein umfangreiches Programm zur Modernisierung um. Dabei wurde nicht nur der vom Kraftwerk Tannheim kommende Abschnitt in die Erde verlegt. Inzwischen sind auch die drei Zuleitungen in den Ort als Erdkabel ausgeführt. Wenn die Trasse an der Iller fertig ist, verbleiben nur noch einige kurze Freileitungsab-schnitte zwischen Mooshausen und Aitrach. Auch die sollen möglichst bis Ende 2019 ersetzt sein.

Bauleiter Manfred Steigmiller hofft, mit der aktuellen Maßnahme im Herbst fertig zu sein. Mit der Verlegung ist der Leutkircher Kabelbauer Wiedenmann beauftragt. Begonnen wird mit einem etwa 350 Meter langen Abschnitt an der Verbindungsstraße zwischen Aitrach und Mooshausen.

Sie wird deshalb im April für etwa drei Wochen nur halbseitig befahrbar sein, weshalb eine Ampel den Verkehr regelt. Ab dem Frühsommer geht es dann per Kabelpflug oder im offenen Verfahren auf den beiden nahe der Iller nach Süden und Norden verlaufenden Abschnitten weiter.

Aus technischer Sicht am spannendsten wird laut Netze BW die gleichzeitige Unterquerung der Bahnhofstraße und der Aitrach, bei der es eine Höhendifferenz von rund 20 Metern zu überbrücken gilt. Dabei kommt ein Spülbohrer zum Einsatz, ebenso wie unter dem Illerkanal nahe Mooshausen hindurch.

Um Kosten zu sparen, nutzt der Zweckverband Breitbandversorgung im Kreis Ravensburg die Gelegenheit und lässt Leerrohre für den späteren Aufbau eines Glasfasernetzes mit verlegen.

Die bisherige Freileitung, die an den beiden Endpunkten jeweils die Iller und damit die Grenze nach Bayern überquert, wird voraussichtlich in der vegetationsarmen Zeit im Winter 2018/19 abgebaut.

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