ANR-Jubiläum wirft seine Schatten voraus

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Narrenmeister Gusti Reichle verabschiedet den ehemaligen Oberzunftmeister der Region Allgäu des ANR, Rainer Beer (Baindt).
Narrenmeister Gusti Reichle verabschiedet den ehemaligen Oberzunftmeister der Region Allgäu des ANR, Rainer Beer (Baindt). (Foto: Michael Weinmann)
Michael Weinmann

Der Alemannische Narrenring (ANR) hat am Samstag bei strahlendem Sonnenschein seinen Frühjahrskonvent abgehalten. Bei dieser Veranstaltung trafen sich Vertreter von 86 Narrenzünften aus den drei Regionen Oberschwaben/Donau, Bodensee und dem Allgäu in der Aitracher Festhalle. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Berichte des Narrenmeisters und des Präsidiums, Wahlen einzelner Präsidiumsposten sowie Ausblicke auf die Festivitäten anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Verbandes im kommenden Jahr.

Nach der musikalischen Eröffnung des Konvents durch den Fanfarenzug Aitrach begrüßte der Präsident und Narrenmeister Augustin „Gusti“ Reichle die Vertreter der Mitgliedszünfte, den wiedergenesenen Ehren-Narrenmeister Charlie Maier (Langenargen) und die beiden Ehrennarren Herbert Mayer (Gebrazhofen) und Michael „Moser“ Weinmann (Niederrieden). In einer Schweigeminute wurde der erst kürzlich verstorbenen Ehrennarren Otto Lutz (Ravensburg) und einem der Gründerväter des ANR, Albert Brauchle (Friedrichshafen), gedacht. Grußworte richteten auch Bürgermeister Thomas Kellenberger und Zunftmeister Wolfgang Halder an die Versammlung.

Narrenmeister Gusti Reichle bedankte sich nach den Berichten der einzelnen Gremien des ANR (Brauchtumsausschuss, Medienausschuss, Ordenskapitel und Jugendleitung) für die Gastfreundschaft der Zünfte bei ihren Veranstaltungen und deren im Großen und Ganzen reibungslosen Ablauf. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass die Arbeit im Verband, ob nun als Funktions- oder Hästräger, auch die Verpflichtung bedeute, vernünftig mit den Zuschauern umzugehen und den Anweisungen und Wünschen des Veranstalters Folge zu leisten. Die Fasnet polarisiere nun mal und die öffentliche Wahrnehmung decke sich nicht immer mit dem, was Narren für selbstverständlich halten.

Ebenso mahnte er das Einhalten der Verbandsregeln an, wie beispielsweise die Erlaubnis, das Häs nur zwischen Dreikönig und Aschermittwoch zu tragen. Brauchtumerin Gabi Pfarrherr wünschte sich, dass Maske und Häs so behandelt werden, wie sie es verdient haben und wie sie beantragt wurden, also etwa ohne Neonlichter, Konfetti oder Discoboxen. Anschließend stellten sich dann die neu gewählten Zunftmeister beziehungsweise Vizezunftmeister einzelner Zünfte vor.

Nach dem Bericht des Schatzmeisters und der Ringfilzer (Kassenprüfer) wurde das Präsidium einstimmig entlastet. Die bereits gewählten Oberzunftmeister der drei Regionen wurden von der Versammlung bestätigt. Neu im Amt ist in der Region Allgäu jetzt Jürgen Hanser (Waldburg). Sein langjähriger Vorgänger Rainer Beer (Baindt) wurde mit einer Hexenmeistermaske verabschiedet und soll beim Herbstkonvent in Burgrieden zum Ehrennarren ernannt werden. Bei den folgenden Wahlen wurden Vizenarrenmeister Markus Stark (Schemmerberg), Schatzmeister Fridolin Aierstock (Uttenweiler) und Chronist Reiner Stadler (Oberkochen) einstimmig wiedergewählt.

50 Jahre Alemannischer Narrenring

Der ANR wurde 1969 in Friedrichshafen gegründet. Sein 50-jähriges Bestehen wird nächstes Jahr gebührend gefeiert und wirft dementsprechend schon jetzt seine Schatten voraus. Es wird 2019 wieder ein Ringtreffen geben, an dem sich alle Zünfte des ANR präsentieren. Zunftmeister Oliver Venus (Friedrichshafen) gab einen Überblick über das Verbandstreffen, das vom 1. bis 3. Februar in Friedrichshafen (der Gründerstadt des ANR) mit einem abwechslungsreichen, bunten Programm der Öffentlichkeit präsentiert wird. Den Abschluss des Ringtreffens bildet der Große Narrensprung mit allen Mitgliedszünften. Wenige Monate später wird dann das Jubiläum mit einem bunten Festabend abgerundet.

Kurze Infos zum immateriellen Kulturerbe, zu dem die schwäbisch-alemannische Fasnet inzwischen gehört, der Vergabe von Freundschaftstreffen im Jahr 2020 sowie Einzelanträge rundeten den harmonischen Konvent ab, den Gusti Reichle mit einem kräftigen „Narri-Narro“ schloss.

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