Musikkapellen spielen beeindruckendes Herbstkonzert

Lesedauer: 3 Min
 Präsent und fordernd: Florian Weder dirigiert die Musikkapelle Reichenhofen.
Präsent und fordernd: Florian Weder dirigiert die Musikkapelle Reichenhofen. (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

„Ein Leben mit Musik ist doch das Schönste“: Diesem Fazit von Klaus Franzesko in seinen abschließenden Dankesworten zum Ende eines beeindruckenden Herbstkonzertes am Samstagabend konnte das Publikum in der voll besetzten Turn- und Festhalle nur mit anhaltendem Beifall zustimmen. Dass auch dessen „Geschmack getroffen wurde“, wie der Vorsitzende der Gastgeber erhoffte, versteht sich dabei von selbst, ist aber das Ergebnis einer überzeugenden Gemeinschaftsleistung von zwei niveauvollen Vertretern der Blasmusik-Hochburg im Allgäu. Beide Musikkapellen warteten mit einem ausgefeilt anspruchsvollen und kontrastreich konzertanten Programm auf, ausgewogen in den Registern und bereichert mit couragierten Soli-Beiträgen. Viel Applaus fand zudem die aufwendige herbstliche Dekoration an der Bühne und auf den Tischen im Saal.

Eine gelungene Premiere war schon das abwechselnde Dirigat von Werner Mangler und Florian Weder, die beide präsent und fordernd ihre bestens einstudierten Reichenhofener Musikanten führten. Ihnen charmant moderierend stand dabei Marion Chwojan zur Seite, die bündig informativ Hintergründe der Musikstücke erklärte. Diese reichten von festlichem Konzertmarsch über jazzig-rockige und berührende Arrangements von Kinofilmen bis hin zu schwungvoll heiteren Stücken. Keine Frage daher, dass zwei Zugaben gefordert wurden, darunter passend nach 30 Jahren der Maueröffnung mit ausdrucksvoller Stimme der Solist Peter Barensteiner mit dem bekannten „Looking for Freedom“ von David Hasselhoff.

Nach der Pause hielt Josef Möslang den Dirigentenstab ebenfalls mit sicherer Hand. Außerdem moderierte er gewohnt humorvoll wie routiniert die ausgesuchten Beiträge seiner Aichstettener Blasmusiker. Von emotional geladenen Film- und Musicalhits über eine temporeiche und schrille Kult-Tour durch die 80er-Jahre bis hin zu lateinamerikanischen Weisen und klassischer Marschmusik. Besondere Farbtupfer waren zudem, im eindrucksvollen Dialog mit dem Orchester, die solistischen Einlagen des Klarinettenquartetts und die Premiere des erst 14-jährigen Oskar Meyer mit der Tuba. Auch hier wollte der Beifall schier nicht enden, erst nach den unvergessenen Winnetou-Ohrwurm-Melodien des Komponisten Martin Böttcher.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen