Musikkapelle Aichstetten überzeugt auf höchstem Nievau

Lesedauer: 4 Min
 Die Musikkapelle Aichstettenhatte auch dieses Jahr wieder zu einem Kirchenkonzert in St. Michael eingeladen.
Die Musikkapelle Aichstettenhatte auch dieses Jahr wieder zu einem Kirchenkonzert in St. Michael eingeladen. (Foto: Patricia Gragnato)
Patricia Gragnato

Traditionell veranstaltet die Musikkapelle Aichstetten am Dreikönigstag ihr Kirchenkonzert in St. Michael. So ist es auch bei der 21. Auflage am vergangenen Montag gewesen. Und was in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirch zu hören und erleben war, wird unvergesslich bleiben. Es war ein grandioses Konzert, präsentiert auf höchstem Niveau.

Unter Leitung von Josef Möslang, der sich bei Pfarrer Ernst-Christof Geil und Mesner Heger für die Gastfreundschaft bedankte, zeigten die mehr als 60 Musiker bereits zu Beginn mit dem anspruchsvollen „Canterbury Chorale“ von Jan Van der Roost ihr großes Können. Neben Soli für verschiedene Instrumente bot das ruhige Stück mit breiten Tönen massive Tutti-Passagen, die beim Zuhören Gänsehaut verursachten, um dann so zart und behutsam zu enden, wie es begonnen hatte. Vor diesem voluminösen Beginn hatte Möslang zur Einstimmung das schwäbische Gedicht „Weihnachta“ vorgetragen, das zur Ruhe kommen ließ.

Im darauf folgenden „Celtic Flutes“ von Kurt Gäble brillierten die beiden Solistinnen Sandra Buck und Franziska Haas auf ihren Querflöten mit schnellem, präzisen Spiel und brachten Liebe und Leid, Freude und Hoffnung zum Ausdruck. Dramatische Timpani-Momente wechselten mit beschwingt-verspielten Flöten-Passagen. Mit dem melodiös fließenden „We´re All Alone“ von Boz Scaggs, bei dem Schlagzeug und Kontrabass den klanglichen Teppich legten, spendeten die Musiker Hoffnung und gaben Mut.

Ergreifend mutete die musikalische Weihnachtsgeschichte „Bethlehem“ von Gäble an. Hier zeigte sich, dass die Instrumentalisten auch hohe Gesangsqualitäten innehaben. Denn ein Teil von ihnen bildete einen Chor, der hervorragend die Lieder „Stern über Bethlehem“, „Kleine Stadt Bethlehem“ und „In der Nacht von Bethlehem“ darbot, begleitet von ihren übrigen Musikerkollegen. Zwischen den Stücken regte Irene Krauß mit zwei Texten von Markus Schönberger, die sie gekonnt und klar vortrug, zum Nachdenken an.

In „Gedanken zu Stern über Bethlehem“ stand die Frage im Mittelpunkt, was heutzutage Menschen mit Sternen verbinden und wie einfach und ergreifend demgegenüber die Botschaft des Sterns von Bethlehem ist. „Gedanken zu Kleine Stadt Bethlehem“ fordert auf, nicht nur an Weihnachten unser eigenes Bethlehem zu entdecken.

Nach dem bekannten, effektvollen „Königsmarsch“ von Richard Strauss folgte das melancholische „Irish Tune from County Derry“ von Percy Aldridge Grainger, dessen Crescendo nach zerbrechlichen Passagen in einem Gong-Fortissimo gipfelte, um zu einem ruhigen Abschluss zu kommen. Passend dazu: das Gedicht „Im Z´frieda-Sei isch dr Friede dahoim“, das Möslang rezitierte.

Es folgte mit „Happy Christmas“ ein Weihnachtslieder-Medley (arrangiert von Manfred Schneider), bevor das Konzert mit „Conquest of Paradise“ von Vangelis dramatisch endete: Die durch Henry Maske populär gewordene monumentale Filmmusik ist geprägt von Schlagwerk, großer Trommel und Gong und bescherte der Musikkappelle stehende Ovationen. Um die Zuhörer nach diesem aufwühlenden Stück etwas „beruhigter nach Hause gehen zu lassen“, so Möslang, folgte als Zugabe das ruhige, friedvolle „Feierabend“ aus dem Erzgebirge.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen