Mehr Kinder und Aufgaben: mehr Personal

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 Julia Welsing und Martin Buchmann sind als Kinder- und Jugendbeauftrage in den Gemeinden verantwortlich.
Julia Welsing und Martin Buchmann sind als Kinder- und Jugendbeauftrage in den Gemeinden verantwortlich. (Foto: Olaf Schulze)
Olaf Schulze

- Die Neustrukturierung der Ferienbetreuung von Schulkindern an den Grundschulen Aichstetten und Aitrach haben sich die Ratsmitglieder der beiden Gemeinden zu einer gemeinsamen Sitzung im Aitracher Rathaus getroffen. Beraten und diskutiert wurde über die Erstellung eines Betreuungskonzeptes, sowohl inhaltlich als auch personell, sowie über die künftige Kostenentwicklung.

Wie das alles ab dem kommenden Jahr in einem Gesamtkonzeptionierungsprozess umgesetzt werden soll, erläuterten die Gemeindechefs Dietmar Lohmiller (Aichstetten) und Thomas Kellenberger gemeinsam mit den beiden Jugendbeauftragten Martin Buchmann und Julia Welsing sowie dem Vorstand der St.-Anna-Stiftung, Michael Lindauer. Vorab wurden hierzu Meinungen und Anregungen in der Bevölkerung und bei Institutionen erfragt und gesammelt, um die Neustrukturierung an den beiden Grundschulen ab Januar 2020 im Hinblick auf die personelle und finanzielle Situation zu verwirklichen.

Beide Ziele wurden von den Räten einstimmig gebilligt, einig war man sich auch über eine künftige Anpassung bei einer Steigerung der Kindergartengebühren sowie den Beginn der Kernzeitbetreuung in Aichstetten ab 7 Uhr. Noch nicht entschieden wurde über den Wunsch der Kindergärten über eine künftige dreiwöchige Schließung während der Ferien, und auch die Schließungen bei der Schulbetreuung sollen noch konkretisiert werden. Julia Welsing, seit 2002 als Kinder- und Jugendbeauftragte in Aitrach tätig, brachte es auf den Punkt: „Mehr Kinder sowie neue pädagogische Aufgaben erfordern mehr Personal.“

Die geschätzten Gesamtkosten hierzu lieferte Stiftungsvorstand Michael Lindauer: Diese summieren sich ab dem nächsten Jahr für beide Gemeinden nach Abzug von diversen Zuschüssen auf insgesamt rund 183 000 Euro Kosten pro Gemeinde. Aufgrund personeller Aufstockung, die Neueinstellungen einer Erziehungsperson (50 Prozent) und einer pädagogischen Hilfskraft (20 Prozent), entstehen laut Lindauer Mehrkosten von über 50 Prozent. „Wir stellen uns dieser Verantwortung.“

Die Kosten der Eltern für die Betreuung während der Schulzeit bezifferte Hauptamtsleiter Roland Neumaier wie folgt: Sie betragen künftig fünf Euro mehr, nämlich vor und nach dem Unterricht (von 7, ab 14 Uhr) 15, beziehungsweise 20 Euro. Die wöchentlichen Kosten bei der Ferienbetreuung belaufen sich auf 40 Euro, zuzüglich gegebenenfalls Mittagessen für 3,70 Euro.

All dies werde aufgrund der Auslagerung der Betreuung von Schulkindern vom Kindergarten zur Schule zum Ende dieses Jahres erfolgen, was der rasanten, unerwarteten Steigerung bei Kindergartenplätzen geschuldet sei, so Bürgermeister Kellenberger. So habe man heuer in Aitrach bereits 18 Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr erhalten, deshalb gebe es künftig keine weitere Betreuung der Schulkinder im Kindergarten. Ein Thema, das beide Gemeinden verbindet und künftig synchron verwirklicht werden soll, so der gemeinsame Wunsch der Verantwortlichen.

Wenn man von den weiteren Entwicklungen der Kinderanzahl in den beiden Kommunen ausgehe, seien diese in etwa gleich. Und wenn man die Kindergartenbedarfspläne von 2008 zu 2019 in Aitrach vergleiche, würden diese doppelte Steigerungen in den personellen und finanziellen Gegebenheiten aufweisen. So würden aktuell jeweils etwa 30 Schulkinder die Betreuungsmöglichkeiten nutzen.

Durch die Aufstockung beim Personal soll daher die inhaltliche Pädagogik in einer Gesamtkonzeption erfasst und gemeinsam mit den Betreuungsteams und den professionellen Fachkräften erarbeitet werden. Die Koordination und inhaltliche Steuerung wird dabei von den beiden Kinder- und Jugendbeauftragten wahrgenommen. Erfreulich auch die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, die bestehenden Betreuungen weiterzuführen.

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