Die Leutkircher, die den Betrieb von Aichstetten zurück in die Heimat verlagern: Kilian (links) und Josef Miller.
Die Leutkircher, die den Betrieb von Aichstetten zurück in die Heimat verlagern: Kilian (links) und Josef Miller. (Foto: Archiv- heb)
Redaktionsleiter

Die eine Firma zieht es von Aichstetten zurück an den Heimatstandort Leutkirch. Die andere Firma wechselt von Leutkirch nach Aichstetten, wo die Vorgänger auch schon produzierten. Es war alles anders geplant.

Die Geschichte ist vielschichtiger geworden, weil die Entwicklung dazu geführt hat, dass der Werkzeug- und Maschinenhandel Miller (aktuell Aichstetten) und die Firma Allpack Uniprint (aktuell Leutkirch), die sich in serbischem Besitz befindet, bei dieser Rochade gleich mehrfach begegnet sind und noch begegnen werden. Dabei geht es auch um Immobilien.

Aber wo beginnen? Die „Schwäbische Zeitung“ hat im vergangenen Jahr zwei Mal über beide Firmen berichtet. 14. September: „Von Serbien über Moskau nach Leutkirch“, so war zu lesen. 13. Oktober: „Zurück nach Leutkirch“, so lautete an diesem Tag die Schlagzeile. Bestand haben beide Aussagen bis in die Gegenwart. Aber beide verdienen eine Erweiterung um die Folgen der jüngsten Entwicklungen, die vorerst beide Unternehmen im Industriegebiet im Leutkircher Westen zusammenschweißen werden. Jeder der Beteiligten streicht die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, zum Zusammenstehen, heraus. Jeder handelt jedoch auch unter Zwängen.

„Wir können uns keine Ausfälle leisten, wir müssen zuverlässig liefern“, betont der geschäftsführende Gesellschafter Nemanja Mikac von „Allpack“, denn „die Kuh schläft nicht“. Sein Unternehmen ist spezialisiert auf die Produktion von Folien aus Aluminium für die Verpackung von Molkereiprodukten. Auch deshalb erschien den serbischen Investoren für ihre Expansion in den deutschen Markt ein Standort im Süden der Republik so ideal. Auch deshalb hat das Unternehmen, und daran will es festhalten, ein Grundstück in direkter Nachbarschaft zum jetzigen Gebäude, früher bis zur Insolvenz im Besitz der früheren „Knauer-Print“, von der Stadt Leutkirch erworben. Knauer? Ja, doch. In Aichstetten befand sich diese Firma in direkter Nachbarschaft zum Werkzeughandel Miller, bis sie sich erweitern wollte und konnte. Nach Leutkirch.

Pläne, Ideen, auch die nötigen Finanzen. Längst sind bei Allpack die Erweiterungspläne intern verabschiedet. An der aktuell noch nicht endgültig eingegangenen Baugenehmigung liege es auch nicht, dass die Firma sich neu orientierte. Mikac gibt zu, dass für den geplanten Neubau die Angebote der angeschriebenen Generalunternehmer dann doch nicht in seine Kalkulation passten. Auch öffentliche Investoren sitzen derzeit bei Verhandlungen auf der weniger günstigen Seite am Verhandlungstisch.

Jetzt kommt die Firma Miller ins Spiel. Diese wird noch in diesem Monat, ein Sonderverkauf am Standort Aichstetten hat begonnen, den Umzug in das Allpack-Gebäude vorbereiten. Ideal, so hieß es schon im Vorjahr, seien die dort möglichen Optionen, um insbesondere den Ausstellungsbereich noch attraktiver zu gestalten. Es bestand zudem auch eine Abmachung, bis zum dem von Allpack erhofften Einzug in das neue eigene Gebäude in der Nachbarschaft die Interessen beider Unternehmen zu koordinieren. „Wir ziehen um“, sagt Josef Miller.

Er hat auch einen Käufer für das eigene Gebäude in Aichstetten gefunden. Allpack. Nemanja Mikac. Kleinere Umbauten für dessen eigene Produktion müssten noch erfolgen. „Auch Aichstetten ist attraktiv“, sagt er, die Nähe zur A 96 erleichtert die Planung der Logistiker. Sein zum Teil von Knauer übernommener, treuer Mitarbeiterstamm kennt zudem die Distanz. Sieben Kilometer von „A“ nach „B“. Auch Millers Personal wird das in Zukunft berücksichtigen müssen. 1993, damals von Adrazhofen aus, hat Miller die Leutkircher Heimat wegen fehlender Erweiterungsmöglichkeiten verlassen.

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