Gemeinde Aichstetten baut Kinderbetreuung aus

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 Im Kindergarten St. Michael wird der Platz mehr als knapp.
Im Kindergarten St. Michael wird der Platz mehr als knapp. (Foto: Archiv: Steffen Lang)
Stellv. Redaktionsleiter/Redakteur Bad Wurzach

Mit einem Sofortprogramm will die Gemeinde Aichstetten der unerwartet hohen Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige nachkommen.

20 Anmeldungen mehr, als Plätze vorhanden sind, liegen der Gemeinde und den beiden katholischen Kindergärten vor. Daher soll nun ab dem kommenden Kindergartenjahr 2019/2020 die Schulkinderbetreuung aus dem Aichstettener St. Michael in die Schule verlagert werden. Zusätzlich wird die bestehende Kleingruppe zu einer Vollgruppe vergrößert. „So können wir die 20 Plätze darstellen und müssen niemanden vor der Türe stehen lassen“, führte Bürgermeister Dietmar Lohmiller (CDU) am Mittwochabend im Gemeinderat aus.

Zusätzliches Personal nötig

Beide Maßnahmen müssen noch im Gemeinsamen Ausschuss mit Elternbeiräten, Kindergarten und den katholischen Kirchengemeinden abgestimmt werden. Für die Erweiterung der Kleingruppe muss auch zusätzliches Personal eingestellt werden. Einstimmig stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu.

Für die Folgejahre will die Verwaltung die Kapazitäten grundsätzlich erweitern, um sich künftig nicht mehr wie bisher „von einer Notlage zur anderen zu hangeln“. Umzug der Grundschule ins Gebäude der auslaufenden Werkrealschule und dann den Neubauteil der Grundschule für eine neu zu schaffende Kinderkrippe nutzen. So skizzierte Lohmiller die derzeitige Überlegung der Verwaltung.

Mit Ruhe und Sorgfalt

Die Zeit dränge dabei nicht. „Wir können diesen Prozess mit Ruhe und Sorgfalt angehen, aber wir müssen ihn angehen“, so der Bürgermeister. 2020, spätestens 2021 nannte er als Beschlusstermin.

Würden diese Pläne so umgesetzt, habe man in St. Michael Aichstetten dann drei Gruppen, in St. Vitus Altmannshofen zwei und die Kinderkrippe in Aichstetten. „Wir werden dann die Kapazitäten nicht mehr wie jetzt zu 95 und mehr Prozent ausgelastet bekommen. Aber das das ist besser, als der Entwicklung immer hinterherzuhecheln“, sagte Lohmiller.

Angebot sicherstellen

Ein gesichertes Angebot an Kinderbetreuung sei auch ein Standortvorteil für die Gemeinde, betonte der Bürgermeister. Für ansässige Unternehmen sei es bei der Fachkräftesuche sehr wichtig, auf ein solches Angebot vor Ort verweisen zu können. Und es erleichtere auch die Personalsuche für die Kindergärten selbst.

Die Verlagerung der Schulkinderbetreuung hat der Gemeinderat bereits insoweit in die Wege geleitet, als er kürzlich die Schaffung einer Stelle dafür beschlossen hat. Als Kooperationspartner will man dafür die St.-Anna-Stiftung in Leutkirch gewinnen. Das wäre „traumhaft“, so Lohmiller. Die Stiftung hat auch den Willen dazu deutlich geäußert, aber schriftlich fixiert ist noch nichts.

Schule energetisch sanieren

Durch die mögliche Nutzung der Grundschule für eine Kinderkrippe haben sich die Prioritäten bei der kommunalen Gebäude- und Flächenkonzeption etwas verschoben. Höchste Priorität besitzt nun, die Werkrealschule bis Mai 2020 energetisch saniert zu haben. Dann soll die Grundschule dorthin ziehen. Die Vorbereitungen dazu sind weit fortgeschritten. Finanziell und zeitlich sei das machbar, betonte Lohmiller.

Auf Prioritätenplatz zwei steht das dann leere Grundschulgebäude. Kinderkrippe im Anbau? Im Altbau Räume für die ältere Generation, die Volkshochschule und die Erwachsenenbildung? Gemeindearchiv ins Dachgeschoss? Das sind laut Lohmiller mögliche Überlegungen.

Erst danach will man Überlegungen anstellen, was mit dem Rathaus passiert. Es war aufgrund seiner räumlichen Beengtheit vor einigen Monaten der Anstoß für die Konzeption gewesen, mit der mittlerweile ein Stuttgarter Planungsbüro beauftragt ist.

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