In der Eichenwaldschule Aichstetten gibt es eine Spanisch-AG.
In der Eichenwaldschule Aichstetten gibt es eine Spanisch-AG. (Foto: Magdalena Röttig)
Magdalena Röttig

Die Grund- und Werkrealschule Eichenwaldschule in Aichstetten hat etwas, was wohl nicht viele Werkrealschulen haben – eine Spanisch-AG. Schüler der Klassen fünf bis acht nehmen aktuell das Angebot wahr und werden jeden Montagmittag von Diana Reisacher in die spanische Sprache eingeführt.

Vor eineinhalb Jahren habe sie der Schullleiter Tobias Tunk gefragt, ob sie Interesse daran habe, an der Eichenwaldschule eine Spanisch AG-anzubieten, berichtet Diana Reisacher. Fünf motivierte Achtklässlerinnen seien es gewesen, die beim Direktor damals um eine Spanisch-AG gebeten haben. Dieser kam dem Wunsch nach und wandte sich an Reisacher.

Zweisprachig aufgewachsen

„Er wusste, dass meine Mutter gebürtige Spanierin ist“, sagt Reisacher. Ihre Mutter kam vor 50 Jahren nach Deutschland, und Tochter Diana wuchs zweisprachig auf. Nach der Anfrage habe sie erst gezögert. „Am Anfang war ich schon etwas skeptisch“, sagt Reisacher. ,„Ich wusste nicht, ob ich das mit dem Unterrichten kann.“ Sehr schnell habe sie aber festgestellt, dass ihr das Unterrichten großen Spaß macht.

Aktuell besuchen 15 Schüler der Klassenstufen fünf bis acht die einstündige AG, die immer am Montagmittag stattfindet. „Viele Schüler haben am Montag vor dem Nachmittagsunterricht eine zweistündige Mittagspause“, sagt Reisacher. Eine Stunde davon können Schüler der verschiedenen Klassenstufen gemeinsam Spanisch lernen – wenn sie wollen.

Auch schon spanisch gekocht

In der AG lernen die Schüler freiwillig und ohne Notendruck. Wenn ihre Lehrerin verlangt, dass sie etwas von der Tafel abschreiben, folgt kein genervtes Aufstöhnen. „Jedenfalls meistens nicht“, sagt Reisacher nach der Stunde lachend, „In der AG sind eigentlich immer alle sehr entspannt.“ Sie versuche möglichst abwechslungsreich zu unterrichten. Gerade in der sechsten Stunde sei es ihr wichtig, dass die Schüler nicht immer nur sitzen müssen. „Vor Weihnachten haben wir zusammen spanische Gerichte gekocht oder wir gehen raus in die Natur und lernen dort die spanischen Vokabeln für die deutschen Begriffe“, erzählt sie.

An diesem Montag geht es um Obst oder viel mehr „Frutas“. Reisacher hat eine große Obstschale mitgebracht und jeder Schüler darf sich sein Lieblingsobst aussuchen. „Gegessen wird später“, sagt Reisacher lachend, „Was habt ihr in der Hand?“, fragt sie dann. „Yo tengó una mandarina“, sagt der erste Schüler. Die Orange beziehungsweise „la naranja“ sorgt für ein paar Schwierigkeiten bei der Aussprache, und die Kaki sorgt für allgemeine Aufregung, weil einige der Meinung sind, es handele sich um keine Obstsorte, sondern um eine Tomate.

Eine eigene Schülerzeitung

Im Singsang wiederholen die Schüler die verschiedenen Obstsorten auf Spanisch. Die Atmosphäre ist insgesamt locker, und die spanische Aussprache sorgt immer wieder für Lacher. Zwischendurch ist auch mal Zeit für ein kurzes Gespräch. Die Schüler wollen wissen, wie ein Tag bei der Zeitung abläuft und berichten stolz von der eigenen Schülerzeitung „Eichblatt“. Am Ende der Stunde darf das Obst dann endlich gegessen werden, und auch die Kaki findet einen Abnehmer.

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