Musikverein führt durch die deutsche Musikgeschichte

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 Melanie Elbs und Anja Kaeß beeindrucken bei „Hinterm Horizont“
Melanie Elbs und Anja Kaeß beeindrucken bei „Hinterm Horizont“ (Foto: Sarah Lehle)
Sarah Lehle

Das Jahreskonzert unter ein Motto zu stellen, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Auftritt zieht, ist beim Musikverein Achberg mittlerweile zur Tradition geworden. Was wäre zum 30. Jahrestag des Mauerfalls daher naheliegender, als Deutschland in seiner musikalischen Vielfalt zu erkunden? „Reiseführer“ und Dirigent Benedikt Stocker und seine 40 Musikanten luden die Gäste auf einer „Deutschlandtour“ dazu ein, gemeinsam mit ihnen Musik, Tradition und Freizeit unseres Landes zu entdecken.

Für die Einstimmung der gut gefüllten Halle sorgte die Jugendkapelle Achberg. Unter der Leitung von Matthias Walser konnten sie beim Publikum mit vier modernen Stücken punkten. Den Auftakt des Musikvereins bildete hingegen der traditionelle „Hoch- und Deutschmeister Marsch“ und versetzte das Publikum augenblicklich zurück in das 19. Jahrhundert. Mit eindrucksvollen Klängen konnte die Kapelle die Zuhörer in ihren Bann ziehen, nicht umsonst gehört dieser Regimentsmarsch nach wie vor zu den beliebtesten Militärmärschen.

Mitschunkeln sei beim „Sportpalast Walzer“ auf jeden Fall erwünscht hieß es aus den Reihen der Kapelle, und dieser Bitte kamen die Zuhörer reihenweise nach. Die pfeifenden Einlagen des Walzers sorgten für manchen Schmunzler bei den Gästen. Ein düsteres Kapitel deutscher Zeitgeschichte schlug dagegen das dritte Stück „The Secret of the White Rose“ auf, welches an die Widerstandsgruppe Die Weiße Rose in Zeiten des Dritten Reiches erinnerte.

Der erste Teil des Konzerts war so abwechslungsreich und von den Musikanten auf sehr hohem Niveau gespielt, dass die Vorfreude auf den zweiten Teil in der Pause stetig stieg. Wie es sich für ein typisch deutsches Essen gehört, gab es während der Pause nicht die traditionellen Wienerle, sondern Schüblinge mit Sauerkraut und Brot, was vom Publikum erst mit Erstaunen und anschließend hoch erfreut in Empfang genommen wurde.

Für Gänsehaut sorgten gleich die ersten Takte des Stücks „Hindenburg“, welches die Geschichte eines der größten jemals gebauten Luftschiffe erzählte. Das Zusammenspiel von Pauken und Trompeten, Klarinetten und Flöten sowie des tiefen Blechs riss die Zuhörer förmlich in ihren Bann und ließ ein beeindrucktes Publikum zurück.

Dieser Eindruck ließ bis zum Ende des Konzerts nicht nach. Dirigent Stocker und seine 40 Musikanten spielten ein breit gefächertes Repertoire deutscher Musik, welches von Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“ über den rasanten „Rollercoaster“ bis zur „Fuchsgraben Polka“ reichte.

Ein besonderes Highlight für die Kapelle war der „Viktoria-Marsch“, der von Oskar Bihler neu arrangiert und dem Musikverein Achberg nicht nur spendiert wurde, sondern an diesem Abend sogar seine Uraufführung feiern durfte. Nach viel Applaus ließ es sich der Musikverein nicht nehmen, zwei Zugaben zu geben. Streng unter dem Motto „Deutschland“ durfte natürlich ein letzter Marsch nicht fehlen.

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