In Doberatsweiler können mehr Wohnungen gebaut werden

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Die Gemeinde Achberg hat im neuen Regionalplan zwei Hektar mehr Fläche für den Wohnungsbau. Dafür entfallen 1,5 Hektar Platz im
Die Gemeinde Achberg hat im neuen Regionalplan zwei Hektar mehr Fläche für den Wohnungsbau. Dafür entfallen 1,5 Hektar Platz im Bereich Himmelreich. (Foto: Symbolf Nicolas Armer)
Olaf Winkler

Wenn sie will, dann kann die Gemeinde Achberg in Doberatsweiler mehr Wohnbaufläche schaffen, als bislang gedacht. Im neuen Regionalplan sind hierfür zwei Hektar vorgesehen. Allerdings entfällt dafür eine rund 1,5 Hektar große Fläche im Bereich Himmelreich. Die im September vom Gemeinderat noch gewünschte Gewerbefläche zwischen Esseratsweiler und Doberatsweiler wird im neuen Regionalplan hingegen nicht auftauchen. Das Anbindegebot an eine bestehende Besiedlung spreche dagegen, informierte Bürgermeister Johannes Aschauer jetzt von den Ergebnissen mit den Vertretern des Regionalverbandes.

Der Regionalplan ist das überörtliche Planungsinstrument, an das sich die Kommunen halten müssen. Sie wiederum bestimmen dann in einem Flächennutzungsplan, welche im Regionalplan ausgewiesenen Flächen dann tatsächlich überplant werden sollen. Das eigentliche Baurecht für Wohnhäuser oder Gewerbegebäude schafft dann ein Bebauungsplan, der sich wiederum am Flächennutzungsplan orientiert. Der für Achberg geltende Regionalplan ist von einem Grünzug geprägt, der sich durch die gesamte Gemeinde zieht. An dessen Größe und Verlauf ändert sich in Zukunft wenig. Die von der Kommune gewünschte Gewerbefläche an der Kreisstraße zwischen Esseratsweiler und Pechtensweiler fällt nach den Gesprächen mit dem Regionalverband kleiner aus. 5,2 Hektar hatte der Gemeinderat hierfür vorgesehen und dabei auch auf eine Bebauung nördlich der Kreisstraße gesetzt. Diese aber sieht der Planungsverband kritisch. Somit erfolgt nur die Aufnahme der Fläche südlich der Kreisstraße mit einer Größe von rund 3,5 Hektar. Das ermögliche die Ansiedlung von vier bis fünf Unternehmen, schätzt der Bürgermeister.

Aschauer hob hervor, wie wichtig dies für die Gemeinde sei. „Wir brauchen 800 000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr, um unsere Pflichtaufgaben erfüllen zu können“, so Aschauer. Denn: „Andernfalls leben wir von der Substanz.“ Er wäre froh, wenn die Kommune das Gewerbegebiet schon heute ausweisen könnte. Doch dem neuen Regionalplan muss eine Änderung des Flächennutzungsplans und dann die Aufstellung eines Bebauungsplans folgen. Noch aber sind die Flächen nicht im Besitz der Gemeinde. Verkaufsbereitschaft habe der Eigentümer aber durchaus signalisiert, so der Bürgermeister.

Unterschiedliche Meinungen

Während die Ratsmitglieder die Ergebnisse der Gespräche mit dem Regionalverband nur noch zur Kenntnis nehmen konnten, hatten sie in einem Punkt noch eine Entscheidung zu treffen. Denn eine Flächennutzung parallel zur Bundesautobahn A 96 für Photovoltaikanlagen ist möglich, so sie die Gemeinde denn wünscht. Hier gab es unterschiedliche Meinungen im Gremium. Während Gerold Huber feststellte, dass „PV-Anlagen weniger störend sind als Windräder“, stellte Klaus Wirthwein fest, dass „PV-Anlagen aufs Dach gehören“. Denn: Andernfalls handele es sich nur um eine weitere Form der Flächenversiegelung. Der Bürgermeister bekannte, selbst lange auch kein Befürworter von Flächen-PV-Anlagen gewesen zu sein, aber: „Irgendwie müssen wir die Energiewende ja schaffen“. Denkbar sei die Nutzung einer rund 1,5 Kilometer langen Fläche auf Achberger Gemarkung, die parallel zur A 96 verlaufe. Ob sich mögliche Investoren und die Grundstückseigentümer auf entsprechende Pachtverträge einigen können ist unklar. Doch die Mehrheit der Ratsmitglieder wollte sich mit 7:3 Stimmen die Möglichkeit offen halten, entsprechende Anträge eines Tages einmal genehmigen zu können. Das wäre nicht möglich, wenn die Flächen im Regionalplan nicht entsprechend ausgewiesen sind. Auch hier gilt jedoch: Vor einer Nutzung müsste die Kommune auch in diesem Bereich ihren Flächennutzungsplan ändern.

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