„Ich habe die Zeit als Bufdi gebraucht“

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 Ein Jahr, in dem sie viel gelernt hat: Lisa Binder ist vom Bundesfreiwilligendienst überzeugt.
Ein Jahr, in dem sie viel gelernt hat: Lisa Binder ist vom Bundesfreiwilligendienst überzeugt. (Foto: Yvonne Roither)
Schwäbische Zeitung

Bufdis sind gefragt. Junge Frauen und Männer, die sich ein Jahr lang im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes in sozialen oder ökologischen Bereich engagieren wollen, werden überall händeringend gesucht. Die Lindauerin Lisa Binder arbeitete als Bufdi im Achberger Kindergarten und in der dortigen Schule. Im Gespräch mit Yvonne Roither erzählt die 19-Jährige, warum sie diesen Dienst jedem empfehlen kann.

Warum haben Sie sich für den Bundesfreiwilligendienst entschieden?

Ich wusste nach dem Abitur nicht, was ich machen will. Das Einzige, das feststand, war, dass ich etwas mit Menschen, am liebsten etwas mit Kindern machen will. Deshalb suchte ich nach einer entsprechenden Stelle. Als ich dann gelesen habe, dass Achberg einen Bufdi sucht, nutzte ich die Chance. So etwas macht man nur unmittelbar nach der Schule und nicht irgendwann später.

Was waren Ihre Aufgaben?

Die waren sehr vielseitig. Ich unterstützte die Lehrerinnen in den Klassen, spielte mit den Kleinen im Kindergarten und half nachmittags bei der Schulkind- und Hausaufgabenbetreuung. Auch bei der Theater- und Garten AG durfte ich mich einbringen. Ich habe 36 Stunden in der Woche gearbeitet und dafür 350 Euro im Monat bekommen. Toll ist auch, dass man sich fünf Mal im Jahr mit anderen Bufdis trifft, um sich auszutauschen. Da lernt man viele Leute kennen, die in der gleichen Situation sind.

Jetzt ist das Jahr in Achberg schon fast wieder vorbei. Wie hat es Ihnen gefallen?

Es war ein cooles Jahr! Für mich war es eine tolle Erfahrung. Ich kann es jedem empfehlen, weil ich viel fürs Leben gelernt habe.

Was zum Beispiel?

Man wird selbstbewusster, lernt, sich auch mal durchzusetzen, aber auch geduldiger zu sein. Die Kinder geben einem viel zurück, es ist schön, wenn sie sich freuen, wenn man zu ihnen kommt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich weiß jetzt, was ich machen will.

Was sind Ihre Pläne?

Ich werde jetzt soziale Arbeit studieren. Die Zeit habe ich gebraucht, um mich in Ruhe mit meinen Zukunftsplänen zu beschäftigen. Im Abistress konnte ich das nicht.

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