Haus mit neun Wohnungen geplant

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An dieser Stelle soll ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten entstehen.
An dieser Stelle soll ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten entstehen. (Foto: ulrich stock)
ust

Das Wohn- und Geschäftshaus in der Kirchstraße 27 in Esseratsweiler soll abgerissen werden und an gleicher Stelle ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten und 15 Stellplätzen errichtet werden. Mit der entsprechenden Bauvoranfrage, die Erika Hellwig aus Dürmentingen beim Baurechtsamt des Landratsamtes Ravensburg eingereicht hatte, musste sich der Achberger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befassen. Diskussionsbedarf lieferte vor allem die vergleichsweise große Zahl an Stellplätzen, die zu einer starken Versiegelung der Grundstücksfläche und damit auch zu einer Überschreitung der sogenannten Grundflächenzahl führen würde, gab Bürgermeister Johannes Aschauer zu bedenken.

Das Ravensburger Architekturbüro Behr hatte zum Bauvorhaben Pläne mit zwei Varianten vorgelegt. Bei der ersten wäre das neue Gebäude, anders als das alte, quer zur Straße positioniert und würde mit einem Walmdach versehen. Zehn Stellplätze würden sich vor dem Neubau und an den beiden Seiten befinden, die restlichen fünf wären im Kellergeschoss, sozusagen in einer Tiefgarage, untergebracht. Bei der zweiten Variante hätte das Mehrfamilienhaus ein Satteldach und würde parallel zur Straße stehen. Dabei wären zwölf Stellplätze im hinteren Bereich entlang der Grundstücksgrenze angelegt, drei weitere an der Straße.

Aschauer machte in der Diskussion mit den Räten keinen Hehl daraus, dass er der Variante mit dem querstehenden Neubau und dem Walmdach den Vorzug geben würde. Keine Probleme sehe er in der Höhe des Gebäudes, da diese etwa dieselbe wie beim Bestandsbau sei und die Nachbarbebauung nicht überragen werde. Kritisch hingegen sehe er die Grundflächenzahl (GRZ), die zwischen 0,4 und 0,5 liegen dürfte. Mit der GRZ lässt sich ermitteln, wie groß die Grundfläche einer Immobilie auf einem Baugründstück sein darf. Eine GRZ von 0,4 entspräche einer Bebauung des Grundstücks von 40 Prozent. „Wenn die massiv überschritten würde, wäre das nicht okay“, so der Bürgermeister.

Generell betrachteten die Räte die hohe Anzahl von Stellplätzen als problematisch, woran sich nicht nur Nachbarn stören könnten. Überhaupt würde dadurch auch sehr viel Fläche rund um den Neubau versiegelt. Am besten sämtliche Stellplätze in einer Tiefgarage unterbringen, schlug Brigitte Hartmann (Grüne Offene Liste) vor. Heidi Herzog (Bürgerliste) wiederum regte an, „statt neun vielleicht nur sechs Wohnungen zu bauen“, da dann auch weniger Stellplätze gebraucht würden.

Ganz anders der Ansatz von Klaus Wirthwein (Offene Liste Freier Wähler) – er sprach sich für Variante zwei, also das Längsgebäude, aus und schlug vor, den Großteil der Stellplätze nicht hinter, sondern vor dem Neubau zur Straße hin zu platzieren. Das würde den künftigen Bewohnern wohl nicht so passen, erwiderte darauf Aschauer, weil ihre Balkone dann wohl auf der Rückseite im Schatten wären. .

Schließlich schlug der Bürgermeister vor, keinen Beschluss zu fassen. Stattdessen werde man die Verwaltung beauftragen, „weitere Unterlagen und Aussagen“ zu dem Bauvorhaben einzuholen.

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