Ereignisreiches Jubiläumsjahr endet mit Applaus und Bravorufen

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Bravo-Rufe ertönten für die beiden Solisten Christian Mösle (vorne) und Georg Hirenbach.
Bravo-Rufe ertönten für die beiden Solisten Christian Mösle (vorne) und Georg Hirenbach. (Foto: Christiane Link-Raule)
Schwäbische Zeitung
Christiane Link-Raule

Einen soliden Konzertabend hat der Musikverein Achberg seinem Publikum in der Achberghalle geboten. Mit dem Jubiläumskonzert unter Leitung von Michael Dlugosch endete ein ereignisreiches Jahr für die Achberger Musiker: Es war der Abschluss der Feierlichkeiten des 150-jährigen Bestehens.

Einen Hauch von Abenteuer verbreitete gleich zu Beginn die Jugendkapelle Achberg. Mit „Skyfall“ und dem Hauptthema der James Bond-Filme eröffneten die 20 Jugendlichen, die zum Teil zum ersten Mal vor Publikum musizierten, den musikalisch abwechslungsreichen Abend und überließen nach „Jack Sparrow-Piratengrüßen“ und einem Fluch der Karibik den Großen die Bühne.

Querflöten und Tamburin verdeutlichen Gletscherschmelzen

Mit einem weichen Holzbläsereinsatz beschwor die Musikkapelle Achberg den olympischen Geist mit John Williams „Olympic Spirit“. Gut akzentuiert und mit einem harmonischen Gesamtklang überzeugten die Musiker, auch wenn ein bisschen mehr Tempo dem Stück den letzten Schliff eingebracht hätte. Dynamisch und rhythmisch aufmunternd entstand vor dem inneren Auge das Bild einer ländlichen Hochzeit bei Sparkes „A Klezmer Karnival“, in dem die Braut mit Blumenkranz im Haar schwungvolle Runden drehte. Zur erdenden Grundlage durch das tiefe Blech passte der sanfte Klarinettenton, der die besinnlich zeremonielle Melodie mit orientalischer Würze garnierte.

Erhabenheit der Berge, grandioses Alpenpanorama: Querflöten und Tamburin verdeutlichten das Schmelzen der Gletscher, das Armin Kofler in seinem Werk „Schmelzende Riesen“ anmahnt. Die einzelnen Tautropfen versammeln sich zu einem Gebirgsbach, den Posaunen und Tenorhörner in wirbelndem Tempo vorantreiben. Wieder warnt das tiefe Blech vor dem Sturz der Eisriesen, bis das Holz einfühlsam an die noch vorhandene Majestät der Berge erinnert. Auch die Schlagwerker durften bei dieser Warnung vor dem Klimawandel ihr Können zeigen. Mit der Rauchgasexplosion von „Backdraft“ entließen die Achberger die Gäste in die Pause.

Applaus und Bravorufe gab es für die beiden Solisten Christian Mösle an der Trompete und Georg Hirenbach am Tenorhorn für ihre schnelle Polka „Alfova“, die sie gekonnt im Wechselspiel mit den Hölzern präsentierten. Eine Schwelgerunde mit bekannten Melodien und ein Konzerthöhepunkt dann mit „Herp Alpert Golden Hits“. Verspielt, jazzig mit mexikanischem Einschlag: dominante Trompeten und Flügelhörner, schwungvolle Blech und Saxofoneinwürfe und ein Schlagwerker, der ins Schwitzen kam dank der vielen Triller und flotten Läufe auf dem Xylophon – quirlig und lebendig wie ein südlicher Markt.

Beim Queen-Medley war Showtime für das Altsax, während die Gesamtkapelle beim „Kometenflug“ von Pfluger und bei der Überraschungs-Zugabe bewies, wo ihr musikalisches Herz schlägt: Marschmusik und Polka. Zum Schluss „One Moment in Time“, gesungen und gespielt – und ein solides Konzert, das Moderator Martin Stumpp bildhaft beschrieb, nahm sein Ende.

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