Achberg unterschreibt die Vereinbarung nicht

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Mit der Planung der Radwanderwege sind die Achberger Räte nicht einverstanden.
Mit der Planung der Radwanderwege sind die Achberger Räte nicht einverstanden. (Foto: Symbol: Dpa)
olwi und Olaf Winkler

Das Projekt einer einheitlichen Radwegebeschilderung im Landkreis Ravensburg geht nach rund fünf Jahren Planung in die finale Phase. Den Kommunen liegt seit Ende Oktober eine Vereinbarung zur Unterschrift vor. Sie soll insbesondere regeln, dass der Landkreis zwar die Erstausstattung der Beschilderung übernimmt, die Kommunen aber die Kosten für Ersatzbeschaffungen zu übernehmen haben. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, dass die Gemeinde Achberg diese Vereinbarung nicht unterschreibt.

Der Hintergrund: Mit der Planung der ausgewiesenen Radwanderwege ist die Kommune bis heute nicht zufrieden. Zwar gab es im Verlauf der letzten fünf Jahre einige Umplanungen. An der Ausweisung von Streckenführungen über die Landesstraße 2374 führt aus Sicht des beauftragten Planungsbüros Topplan aber kein Weg vorbei. Dabei hatte Bürgermeister Johannes Aschauer bis zuletzt für eine Alternative geworben, denn: „Die L 2374 ist zwischen Neuravensburger Weiher und Isigatweiler aufgrund der schmalen Fahrbahn und der oft vorkommenden Begegnungssituation von zwei Fahrzeugen und einem Radfahrer zusätzlich nicht geeignet als Vorschlag einer Radwanderstrecke.“ Schon vor längerer Zeit hat der Gemeinderat deshalb entlang der L 2374 bis nach Oberreitnau einen Radweg gefordert. Kosten würde der rund eine Million Euro, schätzt der Bürgermeister – zusätzlich zum Grunderwerb, den die Gemeinde allein stemmen müsste. Zudem hätte die Kommune die Hälfte der Kosten des Radweges zu tragen.

Negative Rückmeldungen

Auf den Bau eines neuen Radweges hat der Bürgermeister indes wenig Lust. Denn die negativen Rückmeldungen aus der Bevölkerung beim Bau des Radweges in Richtung Pechtensweiler sind ihm noch in Erinnerung. „Das hat mich persönlich getroffen“, stellte Aschauer fest. So hätten einzelne Bürger kritisiert, „was da für eine Autobahn gebaut wird“. Zudem könne sich die Gemeinde den Bau eines Radweges entlang der L 2374 auch nicht ohne Weiteres leisten - „allenfalls in Etappen“, so Aschauer. Doch eigentlich sollte das Land den Radweg komplett finanzieren, denn: „Wenn die Landesstraße gefährlich ist, sollte auch das Land bezahlen.“ Da die vorgesehene Ausschilderung die Radfahrer nun aber zunächst auf die L 2374 schickt, „sollten wir unsere Bedenken dokumentieren“, so Ratsmitglied Klaus Wirthwein. Er ist davon überzeugt, dass es „schnell einen Radweg geben wird, sobald es die ersten Toten gibt“. Die Kosten für defekte Schilder zu übernehmen, sah Gerold Nuber nicht ein. Auch Manfred Vogler sah die Kommune in der Pflicht, „etwas zu unterschreiben, hinter dem wir nicht stehen“. So fragte der Bürgermeister in die Runde, ob sich die Gemeinde verweigern und die Vereinbarung mit dem Landkreis nicht unterschreiben sollte. Diesem Vorgehen stimmte der Gemeinderat zu.

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