Achberg ist weiterhin schuldenfrei

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Eine weitaus geringere Rücklagenentnahme als im Haushaltsplan vorgesehen, gleichzeitig deutlich höhere Gewerbesteuereinnahmen: Vor diesem Hintergrund bezeichnete Kämmerin Tanja Ruh 2018 bei Vorlage der Jahresrechnung im Gemeinderat als ein „sehr gutes Jahr“ für die Gemeinde Achberg. Weiterhin ist die Kommune schuldenfrei. Das könnte sich nun aber bald ändern, kündigte Bürgermeister Johannes Aschauer an.

Mit einer Rücklagenentnahme von knapp 1,25 Millionen Euro hatte der Gemeinderat bei der Verabschiedung des Haushaltes gerechnet. Am Ende wurden es nur 283000 Euro, so dass die Kommune immer noch 1,37 Millionen Euro auf der hohen Kante hat. Zugleich liegen Haushaltsreste in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro bereit. Sie sind zu einem großen Teil für den Umbau des Martin-Grisar-Hauses vorgesehen, in dem ein neuer Gemeindesaal und zusätzliche Räume für den Kindergarten entstehen. Die Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer beliefen sich auf fast 280000 Euro, so dass insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro von den Gewerbebetrieben an die Kommune flossen. Das werde 2020 aber voraussichtlich zu einem „tiefen Loch“ führen, blickte Tanja Ruh nach vorn. Denn die hohen Einnahmen 2018 führen im kommenden Jahr zu weniger Einnahmen, insbesondere bei den Schlüsselzuweisungen vom Land. Zugleich sei angesichts der konjunkturellen Entwicklung mit einem Rückgang der Steuereinnahmen zu rechnen.

Schulden muss die Gemeinde aber nicht aus diesem Grund machen. Vielmehr wies der Bürgermeister auf die anstehende Finanzierung des Nahwärme-Projekts hin. Diese könne mit Hilfe von Förderkrediten erfolgen, die nicht nur zinsgünstig seien, sondern zugleich nicht in voller Höhe zurückgezahlt werden müssen. „Wir bekommen also einen verdeckten Zuschuss“, so Aschauer. Es sei schon etwas seltsam, dass „wir Schulden machen müssen, damit wir mehr Geld bekommen“. Achberg ist seit vielen Jahren schuldenfrei.

Einfacher werde es künftig auch nicht, einen ausgeglichenen Haushalt zu planen, blickten Kämmerin und Bürgermeister nach vorn. Grund sei die gesetzliche Vorgabe, künftig auch die Abschreibungen für die Vermögenswerte der Kommune zu erwirtschaften. Hierfür hat die Kämmerin eine Bewertung unter anderem auch der vorhandenen Immobilien vorgenommen. Für Bürgermeister-Stellvertreter Gerold Nuber macht diese Vorgabe nur Sinn, „wenn wir das Geld auch auf die Seite legen“, um damit spätere Investitionen zu finanzieren. Doch ihm ist klar: „So eine Kasse wird niemand haben“.

Der Jahresrechnung stimmten die Ratsmitglieder ohne Gegenstimme zu. Sie schließt mit Einnahmen und Ausgaben von insgesamt knapp 6,2 Millionen Euro.

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