„Den Arm für andere hinhalten“

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 Gottfried Horn (175 Blutspenden), Helmut Sched (150 Spenden), Albert Wagner, Rosmarie Hölzler und Josef Aichele (jeweils 125 Sp
Gottfried Horn (175 Blutspenden), Helmut Sched (150 Spenden), Albert Wagner, Rosmarie Hölzler und Josef Aichele (jeweils 125 Spenden) wurden vom BRK-Kreisvorsitzenden Franz-Peter Seidl und von Landrat Elmar Stegmann für jahrzehntelanges Blutspenden geehrt (von links). (Foto: Ulrich Stock)
ust

„Blut ist einzigartig, denn es ist bis heute noch keinem Labor gelungen, einen ebenbürtigen Ersatz, eine Art künstliches Blut, herzustellen. Daher kann auch in Zukunft auf das Spenden von menschlichem Blut nicht verzichtet werden“, erklärte der Vorsitzende des Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Lindau, Franz-Peter Seidl, bei der traditionellen Jahresfeier zu Ehren der Blutspender am Donnerstagabend in der Argenhalle in Gestratz.

Sein Blut für andere herzugeben, im wahrsten Sinne des Wortes „den Arm für andere hinhalten“, sei „Hilfe, die ankommt und zugleich gesellschaftliches Engagement, mit dem die Blutspender schwerstkranken Menschen helfen“.

Laut Statistik würden 19 Prozent des Spenderblutes bei Krebserkrankungen verwendet, so der BRK-Kreisvorsitzende. 16 Prozent kommen bei Herzerkrankungen zum Einsatz, weitere 16 Prozent bei Magen- und Darmerkrankungen und zwölf Prozent aller Blutprodukte helfen bei Verletzungen durch Unfälle. Bei schweren Unfällen könne es „vorkommen, dass mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen“, so Seidl. In Deutschland würden täglich rund 15 000 Blutspenden gebraucht, in Bayern sind es etwa 2000 Konserven, die für kranke oder verletzte Personen benötigt werden.

In diesem Jahr werden insgesamt 57Bürger aus dem Landkreis oder einer Nachbarregion für eine hohe und runde Zahl an Blutspenden ausgezeichnet. 17 hatten bislang 50-mal Blut gespendet, weitere 20 brachten es auf 75-mal, neun auf 100-mal und vier weitere sogar auf 125-maliges Blutspenden.

Auf eine „besondere, ganz herausragende Leistung“ dürfen in diesem Jahr zwei der Geehrten stolz sein: Helmut Sched (70) aus Isny war insgesamt 150-mal beim Blutspenden und Gottfried Horn aus Lindenberg, ebenfalls 70 Jahre alt, brachte es sogar auf die rekordverdächtige Zahl von 175 Spenden, was laut Seidl „absolut außergewöhnlich und sehr selten“ ist.

Die Blutspender-Jubilare erhielten zum Dank vom BRK die Goldene Ehrennadel und eine Ehrenurkunde, unterzeichnet vom bayerischen BRK-Präsidenten Theo Zellner, sowie ein kleines Geschenk. Weitere 20 Spenderinnen und Spender, die es auf 60 Blutspenden gebracht haben, werden traditionell vom Landkreis geehrt. Sie bekamen aus den Händen von Landrat Elmar Stegmann eine Urkunde, das Landkreisbuch und ebenfalls ein kleines Geschenk als Anerkennung.

Stegmann dankte den Geehrten mit den Worten „Sie sind Vorbild und Beispiel zugleich!“ und appellierte an sie, dem Blutspenden weiterhin treu zu bleiben. Seinen Dank richtete er auch an die BRK-Helfer, ohne deren Hilfe die Blutspende-Aktionen gar nicht durchführbar wären. Dankesworte an die Blutspender gab es auch vom Hausherrn und Gastgeber, Bürgermeister Johannes Buhmann: „Es ist etwas Großes, was Sie für andere Menschen leisten!“

Wie der 175-malige Blutspender Horn am Rande der Feier verlauten ließ, peile er jetzt das nächste Ziel an: 180 Blutspenden! „Ob ich diese Zahl tatsächlich erreiche, hängt natürlich von meiner Gesundheit ab“, bekräftigte der 70-Jährige. Rein theoretisch sei das zu schaffen, da Männer ebenso wie Frauen bis zum Alter von 72 Jahren spenden dürfen. Allerdings sei er beim letzten Blutspende-Termin aufgrund von Blutdruckproblemen abgelehnt worden, so Horn. Aber probieren will er es auf jeden Fall wieder. Und da er bis zu sechsmal pro Jahr spenden darf, sind die Chancen für die angepeilten 180 Blutspenden intakt.

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