Weißensberg lässt Ausgleichsflächen aufwerten

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Das Luftbild zeigt die Lage der Flurstücke, die naturschutzfachlich aufgewertet werden sollen.
Das Luftbild zeigt die Lage der Flurstücke, die naturschutzfachlich aufgewertet werden sollen. (Foto: gemeinde Weißensberg/Repro ust)

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – dies ist der Gemeinde Weißensberg mit einem Beschluss im Rahmen der sogenannten „Naturschutzfachlichen Aufwertung“ gelungen. Denn zum einen wird der Wert von gemeindeeigenen Ausgleichsflächen gesteigert. Zum andern profitieren Flora und Fauna, sprich der Lebensraum für Tiere und Pflanzen auf den betreffenden Grundstücken wird verbessert. Letztere hatte die Gemeinde vor einigen Jahren gekauft, um auf Ausgleichsflächen im Zuge der Blauleitplanung zurückgreifen zu können. Weiterer Vorteil: Ausgleichsmaßnahmen auf solchen Biotopflächen werden auf dem Ökokonto der Gemeinde Weißensberg verbucht.

Die beiden Grundstücke, um die es geht, liegen im Ortsteil Schlachters nördlich des Schlachterner Weihers. Das Flurstück mit der Nummer 233 umfasst rund 11 240 Quadratmeter, das angrenzende Waldflurstück 232 ist mit 3100 Quadratmetern deutlich kleiner. Ziel der naturschutzfachlichen Aufwertung ist, wie Bürgermeister Hans Kern in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, die Entwicklung einer artenreichen Nasswiese und von Hochstaudenfluren. Auf der Westseite des Grabens, der sich durch das größere, nordöstlich gelegene Flurstück zieht, sollen strukturreiche Grabenböschungen geschaffen und ein Kleingewässer (Biotop) angelegt werden. Dadurch würden Lebensräume für Libellen und Amphibien geschaffen werden, so Kern.

Das Konzept für die einzelnen Maßnahmen hat das Lindauer Büro „Stadt-Land-See“ in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt erarbeitet. Die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung des Vorhabens sollen vom Landschaftspflegeverband Lindau-Westdurchgeführt werden. Dafür wurden Gesamtkosten in Höhe von knapp 7200 Euro berechnet, wovon die Gemeinde aber nur 20 Prozent, also rund 1350 Euro tragen muss. Am Ende beschlossen die Räte einstimmig, den Verband mit der „Organisation, Betreuung und Abnahme der naturschutzfachlichen Aufwertung“ zu beauftragen.

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