„Im Gärtl“: Gemeinde schlägt Kompromis vor

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Ulrich Stock

Mit kleineren Änderungen und Ergänzungen hat der Weißensberger Gemeinderat den Entwurf zum Bebauungsplan „Im Gärtl II und Teile der Lindauer Straße“ beschlossen. Es gab nur eine Gegenstimme.

Die Pläne werden für die Dauer von zwei Wochen ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt. Allerdings sind während dieser Frist nur noch Stellungnahmen zu den geänderten Punkten möglich. Damit steht einer Verabschiedung des Bebauungsplans im Herbst nichts mehr im Weg. Eine juristische Anfechtung sei erst nach der letzten Beschlussfassung möglich, erklärte Hubert Sieber, Chef des gleichnamigen Planungsbüros, in der Sitzung am Donnerstagabend.

Wie in der „Lindauer Zeitung“ berichtet, löste eine Bauvoranfrage für das Grundstück „Im Gärtl 18“ die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans aus. Der Eigentümer plante das vorhandene Gebäude abzureißen und stattdessen einen dreigeschossigen Neubau mit Flachdach errichten. Weil die Weißensberger Gemeinderäte Bausünden wie beispielsweise im Ortsteil Altrehlings verhindern wollten, beschlossen sie im Juni 2018 für den genannten Bereich eine Veränderungssperre sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Dieser umfasst die nordöstlichen Grundstücke der Straße „Im Gärtl“ sowie den südöstlich gelegenen Abschnitt der „Lindauer Straße“ inklusive des „Bayerischen Hofes“. Dieser grenzt direkt an die Gemarkung der Stadt Lindau an. Sieber betonte, dass der neue Bebauungsplan zum Ziel habe, die dörfliche Struktur des Gebiets zu erhalten. Daher sehe der Entwurf für sämtliche Bauten ausschließlich Satteldächer vor. Die Vorgaben für die Firsthöhen habe sein Büro unterschiedlich gewählt, um Hügel- ebenso wie Tallagen gerecht zu werden.

Bürgermeister Hans Kern berichtete seinen Räten, dass der Eigentümer des Grundstücks „Im Gärtl 18“, sprich der Urheber der Bauvoranfrage, zwischenzeitlich Klage beim Verwaltungsgericht gegen den Freistaat beziehungsweise das Landratsamt Lindau eingereicht habe. Beim Verhandlungstermin habe man dem Kläger Entgegenkommen signalisiert. Demnach werde man im jetzigen Planentwurf die zulässige Grundfläche auf seinem Grundstück von den zunächst festgelegten 180 auf 210 Quadratmeter erhöhen. Allerdings sei im gleichen Zug die Firsthöhe von 10,25 Meter auf 9,00 Meter und die Wandhöhe von 7,25 auf 6,50 Meter reduziert worden.

Kern und Sieber sprachen von einem „vertretbaren Kompromiss“. Ob der Eigentümer darauf eingehen wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. „Aus meiner Sicht ist das eine gute Lösung. Fachlich ist alles in Ordnung“, zeigte sich Sieber zuversichtlich, dass der Kompromiss am Ende zustande kommen werde. Schließlich habe man das Argument des Bauherrn, nach den Planvorgaben „zu wenig Baumasse“ zur Verfügung zu haben, berücksichtigt.

Natürlich bleibe ein Restrisiko. Falls es aber überhaupt so weit komme, könne eine sogenannte Normenkontrollklage ohnehin erst nach Beschluss des Bebauungsplans eingereicht werden, ergänzte Sieber.

In den aktuell vorgelegten Entwurf haben Johanna Kiechle und Michael Wachter (beide Büro Sieber) nur wenige Änderungen und Ergänzungen eingearbeitet. So hatte beispielsweise das Wasserwirtschaftsamt darauf hingewiesen, dass im Zuge einer weiteren Bebauung der großenteils verdolte „Kleine Wolfsbach“ teilweise geöffnet werden könne.

Aufgenommen in den Bebauungsplan wurden auch eine Verbesserung der Löschwasserversorgung und der Hinweis, dass auf einem Grundstück belastetes Erdreich vorhanden ist. Geprüft wurde auch der Immissionsschutz sowohl im Bereich der Gewerbebetriebe (BayWa, Stone, Unity und Bayerischer Hof) als auch in puncto Verkehrslärm durch die nahegelegene Bundestraße 12.

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