Führungswechsel bei Tecnotron

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Wenn Erich Schemm (Mitte) zum Jahresende das Weißensberger Unternehmen Tecnotron verlässt, übernehmen sein Sohn Florian (links)
Wenn Erich Schemm (Mitte) zum Jahresende das Weißensberger Unternehmen Tecnotron verlässt, übernehmen sein Sohn Florian (links) und Alex Weyerich (rechts), Sohn seines damaligen Mitstreiters Hubert Weyerich. (Foto: David Knipping, oh)
Andreas Schwarzbauer

Bei dem Weißensberger Unternehmen Tecnotron findet ein Führungswechsel statt. Geschäftsleiter Erich Schemm geht zum Jahresende mit 65 Jahren in den Ruhestand. Für ihn übernehmen sein Sohn Florian Schemm und Alex Weyerich.

Erich Schemm hat das Unternehmen 1978 mit Karl-Heinz Strohmaier und Hubert Weyerich gegründet und stellte ein Jahr später den ersten Mitarbeiter ein. Anfangs beschäftigte sich die Firma vornehmlich mit dem Layout von Trägern für elektronische Bauteile, sogenannten Leiterplatten. Unter der Regie von Schemm und seinen Partnern entwickelte sich das Unternehmen jedoch schnell weiter.

Inzwischen entwickelt und produziert es verschiedene elektronische Geräte und Systeme für Auftraggeber aus der Luft- und Raumfahrttechnik oder dem Maschinenbau. Unter anderem stammt von Tecnotron die Elektronik für ein Röntgenteleskop einer Satellitenmission des Max-Planck-Instituts sowie ein Steuermodul für den Airbus A380. 147 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 19 Millionen Euro. Schemm sagt: „Was ich persönlich als Höhepunkt meines unternehmerischen Schaffens sehe, war die Zusammenführung aller Geschäftsbereich an dem heutigen Standort in Weißensberg.“ 2012 bezog Tecnotron sein neues Gebäude in Wildberg.

Nachdem sich seine Partner bereits vor zwei beziehungsweise drei Jahren zurückgezogen haben, verlässt mit Erich Schemm der Letzte aus der Gründergeneration das Unternehmen. Seine Nachfolger Florian Schemm (33 Jahre) und Alex Weyerich (37 Jahre) sind allerdings keine völlig neuen Gesichter. Seit 14 beziehungsweise sieben Jahren arbeiten die beiden bereits für Tecnotron. Für den Tag X der Übergabe der Geschäftsführung hätten sie ihre Väter gut vorbereitet, versichern Schemm und Weyerich. Sie sagen: „Wir wurden lange vorher in alle wichtigen Entscheidungsprozesse eingebunden.“

Den eingeschlagenen Kurs des Unternehmens wollen sie auch zukünftig beibehalten. Sie werden weiterhin auf die drei Bereiche Entwicklung, Layout und Fertigung setzen. Dabei wollen sie die Position von Tecnotron als „qualitativ hochwertigen Dienstleister für Hightech-Electronik“ weiter stärken. Eine Herausforderung ist es, neue Märkte und Kundenpotenziale zu erkennen. Ein mögliches neues Feld für Tecnotron glauben Florian Schemm und Alex Weyerich in der Medizintechnik gefunden zu haben. Sie soll zukünftig neben der Luftfahrt, Verteidigung und Sicherheitstechnik eine größere Rolle für das Unternehmen spielen. Dennoch versichern sie: „Einen Bruch, wie das in anderen familiengeführten Unternehmen schon mal vorkommt, ist bei uns in keiner Weise gegeben.“ Für die Mitarbeiter werde sich nichts ändern.

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