Daimler verkauft Standort in Weißensberg

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Beschäftigte der Mercedes-Zweigstelle in Weißensberg, die zur Niederlassung Ravensburg zählt, zeigen Dieter Zetsche, Vorsitzende
(Foto: IG Metall)
Aimée Jajes

Der Autohersteller Daimler plant, deutschlandweit 36 von insgesamt 158 Standorten zu verkaufen – darunter auch die Zweigstelle in Weißensberg. Dort arbeiten nach Angaben des Unternehmens 47 Personen. Für sie kommt die Nachricht völlig überraschend.

„Die Beschäftigten sind regelrecht vor den Kopf gestoßen“, sagt Christian Velsink, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben. Groß sei die Verwunderung auch gerade deshalb, weil Weißensberg als profitabler Standort gelte. Nun würden die Mitarbeiter in eine unsichere Zukunft gehen. Durch den Verkauf befürchten sie Velsink zufolge schlechtere Arbeitsbedingungen.

Die Pläne des Daimler-Vorstands mitgeteilt hatte Niederlassungsleiter Thomas Witzel den Angestellten in Weißensberg am Mittwochvormittag. Er will sich hierzu aber nicht weiter äußern und verweist auf die Pressestelle.

Auf die Frage warum der Standort Weißensberg zu den 36 Zweigstellen gehört, die das Unternehmen abstoßen will, weist Daimler-Pressesprecherin Konstanze Fiola mit Sitz in Berlin auf eine Vielzahl von Kriterien hin. Zu diesen zählen ihr zufolge etwa regionale Gegebenheiten und mögliches Käuferinteresse. „Dahinter stecken strategische Überlegungen“, sagt Fiola. Konkret für den Standort Weißensberg kann sie die Frage nach dem Warum nicht beantworten. Ziel sei aber nicht, dass der Standort schließt, betont die Sprecherin.

Mitarbeiter wollen um Anbindung an Daimler kämpfen

Die Beschäftigten in Weißensberg wollen die Pläne jedenfalls so nicht hinnehmen. Wie aus einer Pressemitteilung der IG Metall hervorgeht, kündigte Ferdinand Fimpel, Betriebsratsvorsitzender der örtlichen Niederlassung, an, dass die Mitarbeiter um die Anbindung an das Daimler-Werk kämpfen werden. Velsink zufolge sind die Beschäftigten dabei dazu bereit, „weitere Demonstrationen und Aktionen“ folgen zulassen. Bei der Betriebsversammlung am Mittwoch in der Weißensberger Zweigstelle wurde das Statement der Mitarbeiter bereits deutlich: Sie zeigten dem Daimler-Vorstand die rote Karte.

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