„Da steckt viel Jugend drin“

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Eine Augenweide: die Klassiker des zweiten Weißensberger Young- und Oldtimertreffens.
Eine Augenweide: die Klassiker des zweiten Weißensberger Young- und Oldtimertreffens. (Foto: isa)
Isabel Kubeth de Placido

Ob Old- oder Youngtimer – alte Autos kommen immer bestens an. Das wurde einmal mehr beim zweiten Weißensberger Young- und Oldtimertreffen deutlich, wo viele, viele Autobesitzer ihre Schmuckstücke zeigten und noch mehr Besucher sie sich ansahen. Warum klassische Autos so beliebt sind? Das erklärten Besitzer und Besucher im Gespräch mit der Lindauer Zeitung.

Es ist ein Kommen und Gehen. So richtig festmachen lässt sich die Zahl derer, die für das zweite Weißensberger Klassiker-Treffen ihre Young- und Oldtimern aus den Garagen gefahren haben, um nach Weißensberg zu kommen nicht. 200 bis 300 werden es wohl werden, die zwischen den Grußworten von Bürgermeister Hans Kern und dem vom Musikverein Weißensberg musikalisch begleiteten Frühschoppen am Vormittag und dem frühen Abend auf dem großen Edeka-Parkplatz eingefahren sind, schätzt Mitveranstalter Frank Knöpfler. Er und Uwe Thalheimer haben zusammen mit Johannes Esslinger als Fans klassischer Autos im vergangenen Jahr dieses Treffen ins Leben gerufen und wollen damit nicht nur den offiziell als Oldtimer geltenden Autos eine Plattform bieten, sondern auch den Youngtimern. Und auch solchen ab 25 Jahren, die nur so aussehen, als wären sie noch original. Ein weiteres Ziel ist, „wir wollen damit kein Geld verdienen, sondern den Erlös aus dem Catering spenden. In diesem Jahr kommt das Geld der Valentina-Stiftung in Wangen und dem Ferienhaus Hand in Hand in Sigmarszell zugute“, ergänzt Knöpfler.

Wie hoch die Zahl derer ist, die an diesem Tag von Nah und Fern gekommen sind, lässt sich noch weniger einschätzen als die der Autos. „Ich wollte mal schauen“, sagt Horst Hein, der es nicht so arg weit hatte. Der Sigmarszeller betrachtet gerade einen schwarzen Buick Electra, Baujahr 1973, und sagt: „Da steckt viel Jugend drin.“ Damit meint er, dass er dieses, wie auch viele jener Autos, die sonst noch auf dem Parkplatz stehen, aus seiner Jugend kennt. Und dass das „Schauen“ etwas mit Jugenderinnerungen zu tun hat. Ganz genauso geht es dem Besitzer des schwarzen Buicks. Es ist Stefan Schwab. Großgeworden ist der heute in Weißensberg Lebende in Schweinfurt, einer Garnisonsstadt, wo viele der dort stationierten GI’s ihre Privatfahrzeuge aus den USA mitgebracht hatten. „Ganz große Augen“ hat Schwab als kleiner Junge immer bekommen, wenn er einen dieser Schlitten auf der Straße gesehen hat. Und weil er sie so toll fand, hat er sie sich damals als Spielzeugautos gekauft. Zu seinem 50. Geburtstag hat er sich dann seinen Kindheitstraum erfüllt und sich einen echten geschenkt. „Kleine Kinder, kleines Spielzeug. Große Kinder, großes Spielzeug“, sagt er lachend und erzählt, dass er dann und wann damit auf die Insel, zum Eis essen, cruist. „Das ist ein Auto, was nicht einen gewissen Sozialneid anregt. Dazu ist es nicht geeignet“, meint er schmunzelnd.

Lizzy Zazyal wirft den Fluxkompensator an

Wahrscheinlich keinen Sozialneid, aber doch jede Menge Bewunderung erregt der silberfarbene Delorean mit den nach oben geöffneten Flügeltüren. Er ist Lizzy Zazyals ganzer Stolz. Auch sie hat ihn sich aufgrund von „Jugenderinnerungen“ gekauft. Es ist nämlich genau jenes Auto, mit dem Marty und Doc Brown im Kultfilm „Zurück in die Zukunft“ Zeitreisen unternehmen. Deshalb hat auch das Auto der Lindauerin einen eingebauten „Fluxkompensator“. „Das Auto ist immer ein Highlight. Die Leute freuen sich immer, es zu sehen“, weiß sie und erzählt von einem Mann, der vor dem Wagen niederkniete, seine Wange an den heißen Edelstahl drückte und ausrief: „Oh ein Delorean! Dass ich das einmal erleben darf.“

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