Amtsblatt in der VG Sigmarszell: Druck und Vertrieb werden neu geregelt

Das Amtsblatt der VG Sigmarszell soll es weiterhin in gedruckter Form geben – aber nicht mehr im Abo.
Das Amtsblatt der VG Sigmarszell soll es weiterhin in gedruckter Form geben – aber nicht mehr im Abo. (Foto: Repro: ust)
Ulrich Stock

Weil das Amts- und Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Sigmarszell nicht mehr zu den bisherigen Kosten hergestellt, gedruckt und verteilt werden kann, wollen die drei in der VG verbundenen Gemeinden Hergensweiler, Sigmarszell und Weißensberg bei Herstellung und Vertrieb neue Wege gehen. Anlass für die Änderungen sei, dass Produktion und Verteilung des Blattes für den bisherigen Anbieter „nicht mehr finanzierbar“ seien, wie Weißenbergs Bürgermeister Hans Kern in der jüngsten Ratssitzung bekanntgab.

Der Druckverlag aus Kressbronn habe dies mit einer rückläufigen Abonnentenzahl und zu geringen Einnahmen aus gewerblichen Anzeigen begründet. Über das weitere Vorgehen soll in der VG-Versammlung Anfang Februar entschieden werden, so Kern.

Zählte das Amtsblatt früher noch bis zu 1800 Abonnenten, so waren es zuletzt mit rund 900 nur noch halb so viel. Eine Prüfung der Angebote von insgesamt zehn Druckereien – 20 wurden von der VG angeschrieben – habe ergeben, dass eine Abo-Variante „nicht mehr finanzierbar“ sei, machte der Bürgermeister deutlich. Die Abo-Entgelte in Höhe von derzeit rund 13 000 Euro im Jahr würden die voraussichtlichen Kosten für Austräger (etwa 25 000 Euro jährlich) bei Weitem nicht abdecken. Eine Verteilung durch die Post würde sogar 36 000 Euro kosten. Auch die Einnahmen aus privaten und gewerblichen Anzeigen von zuletzt (im Jahr 2020) rund 6000 Euro reichten dafür nicht aus.

Außerdem gelte es auch noch die Druckkosten abzudecken, so Kern weiter. Und dabei gibt es seinen Angaben zufolge große Unterschiede. So bewegen sich die eingereichten Angebote zwischen rund 21 000 Euro und 49 000 Euro – gültig für 49 Ausgaben pro Jahr mit je 2000 Exemplaren und einem durchschnittlichen Umfang von zwölf Seiten. Für Layout und Gestaltung müssten zusätzlich noch zwischen 15 000 Euro und 24 000 Euro veranschlagt werden.

Um Kosten zu sparen, würde die Verwaltung, sprich die VG, versuchen, die Gestaltung zukünftig selbst zu bewerkstelligen – und zwar mit dem vorhandenen Personal, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Kraft, die rund 8000 Euro pro Jahr (bei sechs Wochenstunden) kosten würde. Ein Druck in Eigenregie, so Kern weiter, komme wohl nicht in Frage, weil Anschaffung und Betrieb von entsprechenden Druckgeräten angesichts einer sinkenden Zahl von Druckexemplaren zu teuer wäre.

So viel scheint aber schon festzustehen: Es soll weiterhin eine wöchentliche Ausgabe des Amtsblattes geben, um die Öffentlichkeit „zeitnah informieren“ zu können. Des Weiteren schlägt die Verwaltung vor, im Zuge der Umstellung zunächst 2000 Druckexemplare des Amtsblattes an verschiedenen Stellen in den drei Gemeinden kostenlos auszulegen. Als Ablagestellen in Weißensberg wünschten sich die Ratsmitglieder in der Sitzung das Rathaus, den Edeka-Markt, die Kita und den Obsthof Strodel. Diese Liste ist aber noch nicht fix – sie soll möglicherweise durch weitere Orte ergänzt werden.

Seit Jahresbeginn bietet die Verwaltungsgemeinschaft auch die Möglichkeit, einen Newsletter zu abonnieren, durch den Interessierte das Amtsblatt per E-Mail erhalten können. Ferner wird das Amtsblatt wie bisher über die Internetseiten der drei Gemeinden und der VG in digitaler Form sowie über Aushang an den Amtstafeln (Schaukästen) in einzelnen Druckseiten veröffentlicht. Christian Heiling, Gemeinderat der Freien Wählerschaft, empfahl auch den Einsatz einer App zu prüfen, wie sie beispielsweise schon von der Gemeinde Amtzell verwendet wird.

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