Wenig Besucher bei „Wasserburg brennt“

Lesedauer: 4 Min
Milan Donner

Das Wetter ist am Mittwochnachmittag, wie so oft in diesem Mai, schlecht. Dicke Wolken verhängen den Himmel und es tröpfelt schon leicht. Der guten Laune von Bettina Sporrädle tut dies jedoch keinen Abbruch. Sie freut sich trotzdem, dass sie ihre Brennerei Interessierten zeigen kann. Der bisherige Verlauf der Aktion „Wasserburg brennt“ wurde aber vom schlechten Wetter überschattet, denn bisher sind die Besucherzahlen niedrig. Sporrädle, die die Aktion mitorganisiert hat, bleibt aber optimistisch: „Ich hoffe, dass die Aktion einen guten Abschluss findet“ sagt sie und setzt auf das Abschlussfest mit einem umfangreichen Programm: „Ich hoffe, dass da noch einige Leute vorbeischauen werden.“

Die Aktion „Wasserburg brennt“ findet dieses Jahr zum ersten Mal statt. Dabei haben sich verschiedene Obstbauern, die Schnaps brennen, zusammengeschlossen, um ihre Arbeit zu zeigen. Außerdem soll Wasserburg für Touristen und Einheimische attraktiver werden, wie Sporrädle, Vorsitzende der Touristik-Gemeinschaft Wasserburg (TGW), erzählt. „Die Idee haben wir aus Österreich, dort gibt es regelmäßig solche Aktionen“, sagt Sporrädle. Als Vorsitzende des TGW hat sie diese Idee den anderen Brennern vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde gut aufgenommen und so ist die Aktion „Wasserburg brennt“ entstanden. „Bei uns ist aber nichts in Stein gemeißelt. Wir werden alles beobachten und Erfahrungen sammeln, um dann unsere Schlüsse daraus zu ziehen“, erklärt Sporrädle. „Ich freue mich über jeden, der bei uns vorbeikommt und sich persönlich ein Bild davon macht, wie wir arbeiten. Die meisten Leute bilden sich ihre Meinung ja aus den Schlagzeilen. Das möchten wir ändern“, so Sporrädle. In ihrer eigenen Brennerei verarbeitet Sporrädle verschiedene Früchte wie zum Beispiel Äpfel, Himbeeren, Zwetschgen, Kirschen und Birnen zu Schnäpsen oder Likören.

Überlieferte Rezepturen

Der Brennvorgang ist bei jedem Brenner unterschiedlich, denn jeder hat seine eigenen Vorlieben und Rezepturen, die teilweise über Generationen weitergegeben wurden. Da gibt es viele Unterschiede und Feinheiten, die normalerweise nur der Fachmann kennt, weiß Obstbauer Matthias Marschall zu berichten. Er ist hauptverantwortlich für das Brennen der Schnäpse. Er erklärt, wie der Brennvorgang abläuft: „Das wichtigste ist die sogenannte „Maische“. Die besteht aus feinen Obststückchen und dem Fruchtsaft. Die Maische wird vergoren, das kann bis zu sechs Wochen dauern, und anschließend gebrannt.“ Es kann aber nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Endproduktes genutzt werden, nämlich der soggenante Mittellauf, wo das Aroma am besten ist. Der Vor- und Nachlauf wird nicht benutzt, so Marschall. Er ist mit dem bisherigen Verlauf der Aktion nicht ganz zufrieden: „Ich hoffe, dass wir in Zukunft stärker frequentiert werden.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen