Wasserburger Weltladen sucht Helfer

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 Hanny Freunscht (rechts) und Eva-Maria Ohmayer betreuen die Kunden im Eine-Welt-Laden in Wasserburg.
Hanny Freunscht (rechts) und Eva-Maria Ohmayer betreuen die Kunden im Eine-Welt-Laden in Wasserburg. (Foto: Julia Baumann)

Leder aus Indien, Holzspielzeug aus Sri Lanka und blaue Kartoffelchips aus Peru. Wer Exotisches sucht, findet es im Eine-Welt-Laden in Wasserburg. Und das seit 18 Jahren. Jetzt sucht der Verein Helfer, die die fair gehandelten Sachen aus aller Welt an den Mann bringen.

Besondere Voraussetzungen brauchen die Helfer nicht, denn das Geschäft ist mittlerweile ein Selbstläufer. „Wir haben viele Stammgäste. Vor allem wegen der Bananen“, sagt Hanny Freunscht. Die Bananen importieren Freunscht und ihre Kolleginnen aus Equador. Dort an der Sonne gereift schmecken die Früchte besonders intensiv.

Während Freunscht erzählt, stöbert eine Frau durch verschiedene Lederbeutelchen. Nach einem kurzen Gespräch mit Freunscht kauft sie zwei Geldbeutel - und bekommt den zweiten sogar etwas reduziert. „Das ist schon mal drin“, sagt Freunscht. Und trotzdem bekämen die Produzenten für ihre Produkte einen fairen Preis, der über dem Durchschnittslohn der jeweiligen Länder liege. „Das ist wichtig, um die Fluchtursachen zu bekämpfen“, sagt Freunscht. Neben der Flucht vor Hunger und Krieg sei es vor allem in den ersten Jahren nach der Gründung des Weltladens auch die Landflucht innerhalb der Länder gewesen, die das Wasserburger Projekt lindern wollte. „Wir möchten, dass die Menschen in ihrer Heimat wieder vernünftig leben können.“

Und die Menschen in und um Wasserburg profitieren davon, denn sie bekommen im Weltladen Produkte, die es im Supermarkt nicht gibt. „Wir haben viele Sachen, die man nicht unbedingt kennt“, sagt Eva-Maria Ohmayer. Die Wasserburgerin arbeitet ebenfalls im Weltladen und gibt zu: „Wir sind selber unsere besten Kunden.“ Zu den Dauerbrennern gehörten die Gewürze, die nicht viel teurer sind als im Supermarkt.

Das Geld, das dem Verein abzüglich der Kosten und Miete übrig bleibt, wird jedes Jahr an ein soziales Projekt gespendet. Wohin genau, das besprechen die Mitglieder bei ihrer Jahresversammlung.

An diesem Freitagnachmittag - der Eine-Welt-Laden hat nur Dienstag- und Freitagnachmittag geöffnet - gibt es Apfel-Mango-Saft mit Äpfeln aus der Region und Mangos von den Philippinen zum Probieren. Wer möchte, kann außerdem eine fair gehandelte „Lindau-Schokolade“ versuchen.

Die finden auch die beiden Touristen toll, die schon eine ganze Weile durch den Weltladen streifen und sich alles ansehen. „Manche Kunden sind Stunden im Laden und stöbern“, sagt Ohmayer. Ohmayer selbst ist vor einigen Jahren über einen Artikel in der Lindauer Zeitung zum Weltladen gekommen - und hat die Entscheidung nie bereut. „Die Arbeit macht total viel Spaß“, sagt sie. Und das Beste: Jeder Ehrenamtliche kann so oft im Monat arbeiten, wie er möchte und kann.

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