Wasserburg richtet neue Krippengruppe ein

Lesedauer: 5 Min
Bis zum 1. Oktober soll die neue Kinderkrippengruppe fertig sein.
Bis zum 1. Oktober soll die neue Kinderkrippengruppe fertig sein. (Foto: Dpa)
Schwäbische Zeitung
Isabel Kubeth de Placido

Wasserburg richtet im Erdgeschoss des alten Schulhauses in Hattnau eine neue Krippenkindergruppe ein. Das kostet die Gemeinde rund 400 000 Euro. Allerdings rechnet Bürgermeister Thomas Kleinschmidt mit einer Förderung von 70 bis 80 Prozent. Einziehen können die Krippenkinder am 1. Oktober dieses Jahres.

Wasserburg braucht weitere Krippenplätze für die Betreuung seiner null- bis dreijährigen Kleinkinder. Dafür muss die Gemeinde noch in diesem Jahr eine neue Krippengruppe einrichten. Bisher ist sie Träger einer eingruppigen Kinderkrippe mit 13 Kindern, die sich im Seniorenheim Hege befindet. Plätze, die allesamt belegt sind. Deshalb, und weil Eltern einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder haben, muss Wasserburg jetzt eine neue Krippengruppe einrichten. „Wir haben weit über 20 verbindliche Anmeldungen“, erklärte Bürgermeister Thomas Kleinschmidt den Betreuungsbedarf der Wasserburger Eltern, was Kämmerer Joachim Waldbaur auf Nachfrage von Stephan Demmerer (Unabhängige Liste Wasserburg) bestätigte, als er die Situation nochmals schilderte und zu dem Schluss kam: „Der Bedarf ist vorhanden.“ Zudem erklärte er, dass wenn die Gemeinde den Rechtsanspruch nicht erfüllen könne, müsse sie den Eltern einen anderen Betreuungsplatz bezahlen. Auch wenn dieser dann teuer sei. „Um das abzuwenden soll jetzt eine neue Krippengruppe geschaffen werden.“

Dass der Bedarf da ist und dass die Gemeinde eine neue Gruppe einrichten soll, diesen Grundsatzbeschluss hatte der Gemeinderat eigentlich schon im Dezember gefasst. In der Zwischenzeit hat die Verwaltung ihre Hausaufgaben gemacht und präsentierte dem Gremium auf seiner jüngsten Sitzung die Ergebnisse. Dabei plädierte sie dafür die neue Krippengruppe im Erdgeschoss des alten Schulhauses in Hattnau einrichten. Ein Gebäude, das der Gemeinde gehört und somit dauerhaft zur Verfügung steht. Zudem seien die Räumlichkeiten, so argumentierte Kleinschmidt, sogar etwas größer als wie vom Gesetzgeber als Mindeststandard gefordert. Auch die erforderlichen Umbauten seien, wenngleich nicht bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. September, so doch bis zum 1. Oktober, zu schaffen. Als weiteren Vorteil sah Kleinschmidt den Umstand an, dass die Krippenbetreuung aus den angemieteten Räumen des Seniorenheim Heges in die Schule umziehen könne, falls es irgendwann in Zukunft einmal wieder weniger Kinder in Wasserburg gebe und die Gemeinde sich dann die Miete für die Räume im Seniorenheim spare.

Was im alten Schulhaus umgebaut werden muss und wie die Räumlichkeiten dann am Ende aussehen könnten, stellte die Wasserburger Architektin Beate Meßmer den Gemeinderäten vor. Da der in einem Anbau an die Schule situierte Kindergarten auch schon seinen Eingang vom Garten her hat, schlug sie vor den Eingang für die Krippenkinder ebenfalls auf die Gartenseite zu verlegen. Der alte Eingang samt Treppenhaus soll indessen für die Mieter in den oberen Stockwerken erhalten bleiben. Allerdings wird eine Trennwand den Eingangsbereich der Mieter vom Krippenbereich trennen. Weil sich die Krippenräume im Hochparterre befinden und deshalb eine Treppe für den neuen Krippeneingang notwendig ist, will die Architektin eines der Fenster als Fenstertüre vergrößern und durch eine Rampe mit dem Außenbereich zur Straße verbinden. Damit erfüllt sie sowohl die geforderte Barrierefreiheit als auch die Brandschutzforderung nach einem zweiten Rettungsweg. Das werden aber auch die einzigen beiden von außen sichtbaren Veränderungen am Gebäude sein. Die meisten Umbauten geschehen innen, wo zum Gruppenraum mit integriertem Schlafplatz, ein Personalzimmer ein Wickelbereich mit Toiletten und eine Küche hinzukommen.

Die Kosten für den Umbau schätze Kleinschmidt auf 350 000 Euro brutto. Hinzu kommen noch 45 000 Euro netto als Honorarkosten. Dabei rechnet der Bürgermeister mit einer Förderung von 70 bis 80 Prozent. Eingestellt in den Haushalt hat die Verwaltung rund 300 000 Euro.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen