Wegen der zunehmenden Zahl von nichtkonfessionellen Beerdigungen reicht die kleine Aussegnungshalle auf dem Wasserburger Nordfri
Wegen der zunehmenden Zahl von nichtkonfessionellen Beerdigungen reicht die kleine Aussegnungshalle auf dem Wasserburger Nordfriedhof nicht mehr aus. (Foto: isabel kubeth de placido)
Isabel Kubeth de Placido

Nichtkonfessionelle Beerdigungen nehmen immer mehr zu. Weil Trauerzeremonien für Verstorbene, die keiner christlichen Konfession angehören, nicht in der Friedhofskapelle abgehalten werden dürfen, finden diese in der kleinen Aussegnungshalle auf dem Wasserburger Nordfriedhof statt. Hier müssen die Trauergäste allerdings im Freien stehen, weil im Gebäude nur Platz für die Aufbahrung eines Sarges oder einer Urne ist. Der Zweckverband Friedhof denkt jetzt über eine mögliche Lösung nach.

Die Trauerzeremonien mit freien Rednern dürfen nicht in der Friedhofskapelle stattfinden, weil diese mit Kirchensteuergeldern finanziert ist,Die kleine Aussegnungshalle bietet allerdings nur Platz für den Sarg oder die Urne, den Redner und einige wenige Menschen. Was, wie Verbandsmitglied Elisabeth Eisenbach auf der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Friedhof schilderte, mit der Zunahme der konfessionsfreien Bestattungen immer mehr zum Problem werde. Denn abgesehen davon, dass die Trauerrede wegen des Verkehrslärms von der benachbarten LI 16 für die Draußenstehenden unverständlich werde, stünden die Trauernden bei schlechtem Wetter im Regen. Ein Missstand, dem sich der Zweckverband Friedhof, dem die Gemeinden Wasserburg und Bodolz angehören, nun annehmen will. Dazu hatte Verbandsvorsitzender Thomas Kleinschmidt Christof Binzler eingeladen, der die derzeitige Situation schilderte. Zudem bestätigte der Kressbronner Bestatter, dass der Trend zu nichtkonfessionellen Bestattungen in Zukunft weiter zunehmen werde. „Da sind die Kommunen in der Pflicht, dass so was in einem würdigen Rahmen stattfinden kann“, war er überzeugt.

Auf Anregung des Gremiums schlug er als Lösung des Problems vor, die bereits vorhandene Aussegnungshalle etwas zu verändern. So könnten die kleinen, abgegrenzten Zellen, aufgelöst und der angebaute Geräteschuppen hinzugenommen werden. „Das gäbe einen Raum für 20 bis 30 Personen und das genügt in den meisten Fällen“, sagte er und schlug des Weiteren vor, dass der Zweckverband einen neuen Schuppen für die Gerätschaften, die bislang in den Zellen der Aussegnungshalle verräumt sind, bauen könnte.

Kleinschmidt schlug dem Gremium einen Ortstermin mit einem Architekten und ein bis zwei Bestattern vor. Der Architekt solle eine grobe Planung und eine Kostenschätzung vorlegen, die dem Gremium dann als Grundlage für weitere Diskussionen dienen solle.

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