Seit 20 Jahren kann der Nachwuchs aus Bodolz und Wasserburg beim VJBW ein Musikinstrument erlernen

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 Waltraud Witzigmann und Stefan Hilger trommeln gemeinsam für den Verein Bläserschule VJBW Bodolz-Wasserburg.
Waltraud Witzigmann und Stefan Hilger trommeln gemeinsam für den Verein Bläserschule VJBW Bodolz-Wasserburg. (Foto: Hildegard Nagler)
Hildegard Nagler

Die Bläserschule VJBW Bodolz-Wasserburg hat Grund zum Feiern: Mit einem Konzert am Samstag, 1. Juni, um 18 Uhr begeht sie in der Sumserhalle in Wasserburg ihr 20-jähriges Bestehen.

Es war 1994, als im Anschluss an ein großes Bezirksmusikfest in Wasserburg ein Verein gegründet wurde mit dem Ziel, die Nachwuchsförderung des dortigen Musikvereins zu professionalisieren. 1999 entstand aus diesem Förderverein die Bläserschule VJBW als ein Verein, der von den beiden Gemeinden Bodolz und Wasserburg unterstützt sowie ehrenamtlich verwaltet wird und die Lehrer auf Honorarbasis beschäftigt. Eltern und Gemeinderäte stellten seinerzeit den Vorstand, Vorsitzende bis 2008 war Monika Bruderhofer. Mitglieder waren Musiker, Eltern und Gemeinderäte. Rund 100 Schüler des Fördervereins wurden damals in die Bläserschule übernommen, unterrichtet wurden Klarinette, Schlagzeug, Trompete, Posaune, Bariton, Waldhorn und Querflöte. Nach Lothar Zanker, Engelbert Martin und Günther Bruderhofer hat seit 2007 Stefan Hilger die musikalische Leitung.

Heute zählt die Bläserschule VJBW 193 Schüler inklusive jener Buben und Mädchen, die in den Kindergärten Bodolz und Wasserburg musikalische Früherziehung haben. Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist mehr geworden. Seit 2011 hat die Bläserschule ein spezielles Verwaltungsprogramm, um den Aufwand einigermaßen im Rahmen zu halten. Die Liste der Instrumente, die unterrichtet werden, ist länger geworden: Euphonium, Saxophon, Blockflöte und Fagott sind hinzugekommen.

Von „tollen Erlebnissen“ berichten Waltraud Witzigmann, Vorsitzende der Bläserschule seit 2008, und Stefan Hilger. Für Waltraud Witzigmann gehören die Bläserklassen zu den Höhepunkten. „Als an der Wasserburger Grundschule 1999 eine Bläserklasse ins Leben gerufen wurde, war es bayernweit die erste“, berichtet sie. Sieben Jahre später bekam auch die Bodolzer Grundschule ihre Bläserklasse. Das Konzept: In einer der beiden Musikstunden erlernen die Drittklässler ein Instrument. Seit 2007 bietet die Bläserschule zusätzlich separaten Instrumental-Unterricht bei einem Fachlehrer an. „Es ist einfach toll, die Motivation und den Stolz der Kinder mitzuerleben, wenn sie im Konzert auftreten. Toll ist es auch, wie sie sich über das Kinder- und Schülerorchester bis zur Jugendkapelle musikalisch weiterentwickeln“, findet Waltraud Witzigmann.

Stefan Hilger erinnert sich gerne daran, wie er 2014 mit der Jugendkapelle an einem internationalen Jugendkapellentreffen in Eriskirch teilgenommen hat. „1000 Jugendliche haben zusammen gespielt. Das war schon beindruckend.“ Aber auch die Teilnahme am Solo-Duo-Wettbewerb des bayerischen Blasmusikverbands zählen die beiden zu den Höhepunkten. Drei Mal haben die Schüler der Bläserschule bisher den Landesmeister gestellt.

2016 konnte die Bläserschule ihre neuen Räume in Wasserburg beziehen. Bewährt hat sich nach Aussage von Waltraud Witzigmann das Instrumentenkarussell, bei dem Interessenten einmal im Jahr Instrumente ausprobieren dürfen.

Ohne ehrenamtliches Engagement läuft nichts

Also alles eitel Sonnenschein? Nicht ganz. Witzigmann und Hilger beklagen ein gestiegenes Anspruchsdenken mancher Eltern. Ihnen sei nicht klar, dass es sich bei der Bläserschule um einen Verein handle, der ohne das Engagement von Ehrenamtlichen keine Überlebenschance hätte. Wie es um das musikalische Leben ohne Bläserschule aussähe, daran wollen die beiden nicht denken. Sie engagieren sich mit viel Herzblut für die Bläserschule. „Wir freuen uns dabei natürlich über jede Unterstützung“, sagt Witzigmann. „Die beginnt bereits damit, dass Eltern ihre Kinder motivieren und ihnen auch mal über Durststrecken hinweghelfen“, ergänzt Hilger. Auch sonst werde Hilfe gerne angenommen: „Wir sind eine Gemeinschaft, brauchen einander und wollen gemeinsam weiterkommen“, betont Hilger.

Fürs Jubiläumskonzert mit den Bläserklassen Bodolz-Wasserburg, dem Kinderorchester, dem Schülerorchester und der Jugendkapelle proben die Musiker seit drei Monaten intensiv. Das Programm ist nach Hilgers Worten anspruchsvoller als bei anderen Konzerten. Die Jugendkapelle spiele auch Stücke aus der Mittelstufe. Und der Nachwuchs hat schon den nächsten Termin im Jubiläumsjahr im Blick: das Uferfest. Dann präsentiert die Jugendkapelle zum ersten Mal ihre neue Tracht.

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