„Seine Bilder hingen früher in jeder Stube“

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Einst ein typisches Bild in Wasserburg: Franz Löffler sitzt und malt. Nach der Schule suchten Wasserburger Kinder den Maler häuf
Einst ein typisches Bild in Wasserburg: Franz Löffler sitzt und malt. Nach der Schule suchten Wasserburger Kinder den Maler häuf (Foto: Repro: Fridolin Altweck)
Schwäbische Zeitung
Aimée Jajes

Noch heute hängen in einigen Wasserburger Wohnstuben Bilder des Malers Franz Löffler. Einst gehörten sie beinahe zum Inventar in vielen Häusern der Bodeseegemeinde. „Seine Bilder hingen früher in jeder Stube“, sagt Ortsheimatpfleger Fridolin Altweck. Anlässlich des 140. Geburts- und 60. Todestages des Künstlers ist im Museum im Malhaus ab Sonntag die Ausstellung „Franz Löffler und seine Zeit“ zu sehen.

Bereits zum dritten Mal widmet der Malhaus-Verein dem Wahl-Wasserburger eine Ausstellung. Eine Auswahl seiner Werke war bereits zur Vereinsgründung im Jahr 1979 und zum Jahrestag des Künstlers vor 20 Jahren zu sehen. Dieses Mal haben Fridolin Altweck und seine Frau Veronika die Schau etwas anders aufgezogen: Sie stellen den Maler in Kontext seiner Zeit. So sind unter anderem auch Bilder von Löfflers Malerfreunden, dem Wasserburger David Schmid und dem Nonnenhorner Willy Schlobach, Teil der Ausstellung.

Damit Löffler nicht in Vergessenheit gerät

Heute beliebtes Fotomotiv, einst war es der Maler Franz Löffler, der die Halbinsel mit der charakteristischen Georgskirche unzählig oft auf Bilder gebannt hat. Einige sind detailliert ausgearbeitet, andere waren für den schnellen Verkauf für Sommergäste gedacht. Aber auch zum Beispiel Porträts, Blumen und Szenen aus dem früheren Wasserburg sind in der Ausstellung zu sehen.

So hat Altweck in einem Eck Bilder zusammengestellt, die alte Wasserburger Häuser mit Bäumen zeigen. Sie sollen ein Blick auf das Wasserburg früher ermöglichen. „Wasserburg hat etwas Charmantes gehabt, ein bisschen was Laszives, was Verträumtes“, sagt Altweck. Das habe dem Ort einst die Gäste eingebracht – und dazu habe Löffler mit seinen Bildern, die zum Teil tausendfach auf Postkarten gedruckt wurden, beigetragen.

Mit der Ausstellung soll Franz Löffler ein Denkmal gesetzt werden. „Damit er nicht zu früh in Vergessenheit gerät“, sagt der Ortsheimatpfleger. Dass das „liebenswürdige Wasserburg“ in Erinnerung behalten und für die Zukunft erhalten werde.

Franz Xaver Löffler wurde am 27. März 1875 in Pettenreuth, nördlich von Regensburg, geboren, berichtet der Wasserburger Ortschronist Uli Oehler in einem Artikel über den „leidenschaftlichen Bodenseemaler“.

Seine Begabung wurde Oehler zufolge schon früh erkannt: Bereits im Alter von zehn Jahren habe er einen Hund so naturgetreu gemalt, dass der Jäger des Dorfes erklärt habe: „Wenn der Hund lebendig wäre, der hätte einen Wert!“

Auf Wunsch seines Vaters machte Löffler eine Ausbildung zum Bäcker. Doch „noch am Tage seiner Gesellenprüfung fuhr er nach München, um dort drei Jahre lang die Kunstgewerbeschule und später die Akademie der Bildenden Künste zu besuchen“, schreibt Oehler. Löffler erhielt mehrere Stipendien.

Der Wasserburger Maler David Specht führte ihn nach dem ersten Weltkrieg nach Wasserburg, das Löffler als seine neue Künstlerheimat wählte. Dort starb er am 5. Dezember 1955. (jaj)

Die Ausstellung eröffnet am Sonntag, 28. Juni, um 10.30 Uhr. Weitere Informationen zum Museum gibt es im Internet unter

www.museum-im-malhaus.de

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