Neuer Gemeinderat will vor allem die Finanzen der Gemeinde im Blick behalten.

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 Michael Lohrmann fühlt sich in Wasserburg heimisch und möchte seinen Betrag für die Attraktivität der Gemeinde leisten.
Michael Lohrmann fühlt sich in Wasserburg heimisch und möchte seinen Betrag für die Attraktivität der Gemeinde leisten. (Foto: Ruth Eberhardt)
Ruth Eberhardt

Michael Lohrmann ist einer der wenigen Gemeinderäte in Wasserburg, die ganz neu am Ratstisch sind und nicht aus der Region stammen. Der promovierte Maschinenbauingenieur ist in der Nähe von Bremen aufgewachsen und lebt seit neun Jahren mit seiner Familie in Wasserburg. „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich von hier nochmal weggehe“, sagt der 53-Jährige, der fast sein gesamtes Berufsleben lang als Manager gewirkt hat. Jetzt war für ihn die Zeit reif geworden, seine Expertise in den hiesigen Gemeinderat einzubringen.

In Bremen hat Michael Lohrmann Maschinenbau studiert und im Bereich Werkstofftechnik promoviert. Danach begann eine berufliche Reise durch Deutschland. In Essen arbeitete er bei einem Patentanwalt, am Niederrhein war er als Entwicklungsleiter im Anlagenbau tätig, bei BMW in Dingolfing in Niederbayern arbeitete er als Qualitätsleiter in der Achsgetriebeproduktion und wechselte von dort nach München in den Bereich Werkstoffentwicklung. Seit neun Jahren arbeitet er bei ZF in Friedrichshafen als Leiter der Werkstofftechnik und verantwortet dabei ein global geführtes Netzwerk. Mit seiner Ehefrau, zwei Töchtern und Hund „Whiskey“, einem Golden Retriever, lebt er in Wasserburg und nimmt hier gerne und häufig am örtlichen Geschehen teil. „Wir sind hier angekommen“, sagt Lohrmann über seine Wahlheimat.

Die Umstände haben es gefügt, dass er nun auch die Zeit für kommunalpolitisches Engagement aufbringen kann und will. Lohrmann war nämlich 15 Jahre lang im Vorstand des Verbands für Werkstofftechnik und Wärmebehandlung, davon sechs Jahre lang als Vorsitzender. Diese Aufgabe hat er vor zwei Jahren abgegeben. „Dadurch habe ich Freizeit gewonnen und kann mich für andere Dinge einsetzen“, erzählt er. Als die Wasserburger CSU bei ihm anfragte, ob er Interesse habe, für den Gemeinderat zu kandidieren, sagte er nach kurzer Bedenkzeit zu.

Lohrmann ist überzeugt, dass seine berufliche Entwicklung hilfreich für seine Tätigkeit im Gemeinderat ist. „Ich bin durch meine Jobs darin geschult, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und die richtige Entscheidung abzuwägen“, sagt er. Die Herangehensweise an Themen sei in einem Unternehmen und in einem Gemeinderat ähnlich: „Man muss verantwortungsbewusst und weitsichtig vorgehen.“ Dabei empfindet er es als positiv, dass dem Gemeinderat ganz verschiedene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Qualifikationen angehören.

Ihm selbst liegt das Thema Finanzen am Herzen, weswegen er dem Finanzausschuss und dem Rechnungsprüfungsausschuss des Gemeinderats angehört. Da sei noch einiges aufzuholen, berichtet er und hofft, dass bis zum Jahresende die Rechnungen für die Jahre 2016, 2017 und 2018 geprüft sind. Für ihn sei dies auch ein wichtiger Lernprozess: „Das Gute für mich ist, dass ich dadurch die Haushaltsstellen besser kennenlerne und verstehe, wohin unsere Finanzen fließen.“ Auf diese Weise fühlt er sich gut gerüstet, um die nächste Haushaltsplanung mitzugestalten, „eine Aufgabe, die wir sehr sensibel und mit Augenmaß angehen müssen“, sagt er. Denn die Finanzsituation werde sich wegen der Corona-Krise im nächsten Jahr deutlich verschlechtern. Zudem gebe es bedingt durch die „Seekrone“ nicht viel finanziellen Puffer, zugleich aber große Projekte, die bereits begonnen wurden und jetzt umgesetzt werden müssten: die Halbinselsanierung und die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Dieser Plan werde klar aufzeigen, wie sich Wasserburg in den nächsten Jahren entwickeln soll und in der Folge zur Schaffung von Wohnraum und zu Infrastrukturanpassungen führen. Sparsames Wirtschaften sei deshalb wichtig.

Bei all dem möchte Lohrmann seinen Beitrag für eine attraktive Gemeinde leisten, „in der man sehr gerne lebt und die vor allem an den Dingen arbeitet, die auch die Bürger wollen“. Er habe den Eindruck, „dass in der Vergangenheit viel Kraft auf Themen verwendet wurde, die die Bürger und das Gewerbe nicht nach vorne bringen“, sagt er. Dies habe sich seiner Einschätzung nach nun geändert. Sein Wunsch: „Schön wäre es, wenn am Ende dieser Amtszeit der überwiegende Teil der Bevölkerung positiv hinter dem Gemeinderat und dessen Wirken steht und sagen kann: Ja, ihr habt etwas mehr Lebensqualität geschaffen und die Gemeinde attraktiver gemacht.“

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