„Lampenfieber“ mal völlig anders

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Der Australier Peter Pik fühlt sich wohl in Wasserburg. Bereits zum dritten Mal gibt er am See ein Konzert.
Der Australier Peter Pik fühlt sich wohl in Wasserburg. Bereits zum dritten Mal gibt er am See ein Konzert. (Foto: chli)
Christiane Link-Raule

Wenn sich „Stage Fright“ (Lampenfieber) so melodiös und unterhaltsam anhört wie bei dem australischen Solo-Gitarristen Peter Pik, dann wünscht man sich mehr davon. Auf Einladung der Bürgerstiftung Wasserburg spielte der Musiker nun bereits zum dritten Mal in Wasserburg und fühlte sich im Kreis seiner begeisterten Fans sichtlich wohl. Charmant plauderte der Australier zwischen seinen Stücken aus seiner Jugendzeit, in der er das Gitarrenspielen erlernte – alles handgemachte Musik ohne Loop oder andere Spielereien. Nur die Gitarre und zwei flinke Hände.

Auf der letzten Station seiner seit Mai andauernden Tournee füllte Peter Pik den Pfarrsaal in Wasserburg bis auf den letzten Platz. Etliche Stühle wurden noch kurz vor dem Konzert zusätzlich im vorderen Bühnenbereich aufgestellt, bevor der Australier seine Arrangements bekannter Songs präsentierte. Da war „Imagine“ von John Lennon dabei oder „Whiter Shade of Pale“, das in einer Sanftmut gespielt wurde, die zu Tränen rührte. Überhaupt war es eine musikalische Reise in die Vergangenheit der 1960er-Jahre, der bunten Zeiten, in denen die Gitarre am Lagerfeuer Einzug hielt, wo Romantik und akustische Gitarre fast schon Synonyme waren.

Pik musizierte mit Herzblut und langjährigem Können, er spielte Bass, Rhythmus und Melodie in Einem und überzeugte mit Empathie und Fingerfertigkeit. Mit elf Jahren brachte er sich das Gitarrenspiel bei, lernte durch Hören und natürlich üben, üben, üben. Er coverte bekannte Stücke und arrangierte sie auf ganz eigene Weise. Er komponierte Melodien, die einen Einblick in Innenwelten erlauben. So wie beispielsweise eben jenes „Stage Fright“, das er in Nashville vorspielte. Ihn ängstigte der Gedanke, so erzählte er, ein bekanntes Werk vor den vielen berühmten Gitarristen aufzuführen. Kurzerhand komponierte er ein eigenes Stück und nannte es „Lampenfieber.“

Das Publikum sang mit bei südamerikanischen Weisen, entwickelte Fernweh beim neuseeländischen Traditional und träumte von Sonnenschein, blauem Himmel und der Leichtigkeit des Seins, die ein lettischer Volkstanz noch verstärkte. Ein „Flamingo“ (Flamenco) rundete die Reise ab, bevor Peter Pik mit Mark Knopflers (Dire Straits) „Going Home“ einen Schlussakkord setzte – besser setzen wollte, denn ohne etliche Zugaben ließen ihn die Fans in Wasserburg nicht ziehen.

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