Kleinschmidt blickt auf seine Amtszeit zurück

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Olga Beyse, Veronika und Fridolin Altweg (von Links) bekommen in diesem Jahr den Wasserburger Dorfpreis. Mit ihnen freuen sich B
Olga Beyse, Veronika und Fridolin Altweg (von Links) bekommen in diesem Jahr den Wasserburger Dorfpreis. Mit ihnen freuen sich Bürgermeister Thomas Kleinschmidt und Gemeinderätin Elisabeth Eisenbach. (Foto: Elmar Stegmann)
Denise Tatavitto

Alle Plätze waren besetzt beim 32. Neujahresempfang in der Sumserhalle Wasserburg. Darüber freute sich Bürgermeister Thomas Kleinschmidt sehr, denn dies war sein letzter Neujahresempfang und so ließ Kleinschmidt seine Amtszeit Revue passieren.

Auf seiner zweiten Nominierungsversammlung im Oktober 2016 traf Kleinschmidt eine klare Aussage: Er werde zur nächsten Kommunalwahl den Antrag auf Verkürzung seiner Amtszeit einreichen, damit die Wahl des Gemeinderates und des Bürgermeisters wieder zusammenfielen. Dieses Versprechen hielt er im April des Jahres 2019 ein und brachte den Antrag im Gemeinderat ein. Bei der Nominierungsversammlung im September 2019 stand dann fest, dass seine Amtszeit am 30. April 2020 enden würde.

Seine Zeit und die vielfältigen Aufgaben als Bürgermeister hätten Kleinschmidt sehr viel Freude bereitet, doch er machte deutlich, dass das Amt des Bürgermeisters es immer mit sich bringe, sich mehr Feinde als Freunde zu schaffen: „Niemand kann und wird es allen recht machen können, niemand kann und wird alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen können“, sagte Kleinschmidt.

Trotzdem ließ er sich nicht unterkriegen und blickte lieber darauf zurück, was sich in den vergangenen neun Jahren in Wasserburg getan hat. Stolz ist er vor allem auf die baulichen Investitionen der Gemeinde, die während seiner Amtszeit getätigt wurden sowie die Förderungen für das Bauvorhaben Bürgerbegegnungshaus, der Restsanierung der Halbinsel oder dem Bau einer weiteren Kleinkinderkrippe. Auf die Förderung zum Neubau des Kindergartens in Hattnau wartet die Gemeinde jedoch noch: Bereits im August 2019 stellte die Gemeinde einen Antrag auf Förderung, doch bis dato läge noch kein Bescheid der Regierung vor.

„Gesamt betrachtet waren es aber die vielen unterschiedlichen Aufgaben, welche mir die Zeit sehr kurzweilig und so interessant gestalteten und mir mal mehr mal weniger eine Freude bereitet haben“, fasste Kleinschmidt seine Tätigkeiten zusammen. Dabei kam er natürlich auch auf die Finanzen zu sprechen.

Nach jahrelanger Arbeit sei es möglich gewesen, keine Kreditaufnahmen zu tätigen und den Schuldenstand von

2 148 780 Euro im Jahre 2010 auf 570 600 Euro im Jahre 2019 zu reduzieren. Des Weiteren konnte die Gemeinde auch Rücklagen bilden.

„Die Schadensersatzzahlung wurde teilweise aus dem laufenden Haushalt sowie aus den Rücklagen beglichen. Eine Kreditaufnahme war nicht vorgesehen und auch nicht notwendig“, äußerte sich der Bürgermeister zum Thema Seekrone.

Insgesamt ließe es der Stand der allgemeinen Rücklagen zu, die anstehenden Projekte, wie den Kindergartenneubau in Hattnau, die Erneuerung der Pumpen im Aquamarin und vieles mehr ohne Kreditaufnahme zu finanzieren. Somit war es Kleinschmidt möglich ein „geordnetes Haus“ an seinen Nachfolger zu übergeben, wie er es bereits 2011 zum Ziel hatte.

Kleinschmidt ließ allerdings nicht unerwähnt, dass sich in seiner Amtszeit nicht alles so positiv entwickelt hätte. Schuld daran gab er dem Verlust des Gemeinschaftssinns der Gesellschaft und dem Vorrücken von Eigennutz und das hohe Anspruchsdenken einzelner. Auch das unterschiedliche Messen von gleichen Sachverhalten mit zweierlei Maß habe ihm zunehmend mehr Sorgen und auch mehr Arbeit bereitet.

Mehrmals bedankte sich der Bürgermeister während seiner Rede bei den Bürgerinnen und Bürgern, die ihm so viel Vertrauen entgegengebracht haben, sowie bei den Mitarbeitern der Gemeinde, die ihn während seiner Arbeit unterstützten. Er wünschte allen Anwesenden ein gutes und zufriedenes Jahr 2020.

Nachdem auch die Ehrengäste aus Land und Landkreis das Wort hatten, waren die Anwesenden noch zum traditionellen Umtrunk eingeladen, bei dem Wasserburger Wein ausgeschenkt wurde. Für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs sorgte die Wasserburger Streichmusik.

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