Kinder lernen den Wertstoffhof kennen

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 Eine Mitarbeiterin des Wertstoffhofes zeigt den Kindern verschiedene Arten von Kunststoffflaschen
Eine Mitarbeiterin des Wertstoffhofes zeigt den Kindern verschiedene Arten von Kunststoffflaschen (Foto: Milan Donner)
Milan Donner

Turbulent ist es am Dienstagmorgen im Wasserburger Wertstoffhof zugegangen: Etwa 80 Kinder des Kindergartens Wasserburg waren zu Besuch. Sie brachten ordentlich Stimmung in den ansonsten eher ruhigen Wertstoffhof und tobten durch die Gegend. Doch die Kinder waren nicht nur zum Spaß da: Sie sollten lernen, wie ein Wertstoffhof funktioniert. Die besondere Lehrstunde ist Teil des Umweltschutzprojekts des Kindergartens.

Auf den Ausflug hatten sich die Kinder schon länger vorbereitet, nun sollten sie das theoretisch Gelernte in die Praxis umsetzen. Sabine Holinski, Erzieherin seit 43 Jahren, freute sich über diese Gelegenheit: „Ich muss mich wirklich beim Wertstoffhof-Team bedanken. Die sind heute extra am Morgen für uns hierhergekommen, um den Kindern die Funktion des Wertstoffhofes zu erklären.“ Nachdem Wertstoffhofleiter Peter Kowollik die Kinder begrüßt hatte, ging es auch schon los. „Jetzt werden die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt. Wir erklären ihnen dann wie hier alles funktioniert. Zum Schluss dürfen sie dann noch ein bisschen Müll sortieren“, sagte Herbert Breuer, stellvertretender Leiter des Wertstoffhofes.

Anschließend wurden die Buben und Mädchen den Mitarbeitern des Wertstoffhofes zugeordnet. Diese haben die Kinder zu verschiedenen Stationen geführt und ihnen an jeder Station erklärt, wie der Müll getrennt wird, welche Arten der Mülltrennung es gibt und wie die Dinge eigentlich aussehen, die so in den Müll geworfen werden.

Die Kinder lernten die feinen Unterschiede zwischen den Begrifflichkeiten: „Man muss hier zwischen dem Wertstoffhof, der alles verwertet, was hergebracht wird, und der Mülldeponie, auf der einfach alles abgeladen wird, unterscheiden“, erklärte Peter Kowollik. Der Müll, der auf dem Wertstoffhof abgeladen wird, enthält noch viele wichtige Rohstoffe, die noch aus dem Müll herausgeholt und wiederverwendet werden können. Teile des Kunststoffes werden sogar nach Vorarlberg transportiert, um dort verarbeitet zu werden.

Besonders viel Spaß hatten die Kinder, als sie CDs und Korken in verschiedenen Mülltonnen einsortieren konnten.

„Der Ausflug ist Teil unseres Umweltprojektes. Wir haben mit den Kindern viele Bücher gelesen, Bilder gemalt und Lieder gesungen, damit sie spielerisch die Problematik des Klimawandels und der Umweltverschmutzung kennenlernen und begreifen, was das für unsere Zukunft bedeutet“, so Holinski. In der Zukunft wird es weitere solche Ausflüge geben: „Wir werden mit den Kindern auch noch zu einem Obstbauer gehen, um den Anbau von Früchten kennenzulernen und natürlich auch einen Imker besuchen, denn die Biene ist als Art sehr wichtig für uns alle. Das passt dann zu unserem neuen Insektenhaus, welches der Elternbeirat für uns gespendet hat“, erzählt die Erzieherin. Im Anschluss an den Ausflug in den Wertstoffhof gab es für die Kinder noch ein Picknick.

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