Energieteam fordert Elektrifizierung der Südbahn

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Das Wasserburger Energieteam hofft, dass die Strecke zwischen Ulm und Lindau möglichst bald elektrifiziert ist.
Das Wasserburger Energieteam hofft, dass die Strecke zwischen Ulm und Lindau möglichst bald elektrifiziert ist. (Foto: Archiv)
Lindauer Zeitung

Das Energieteam Wasserburg fordert eine baldmöglichste Elektrifizierung der Südbahn. Weiter appelliert es an die betroffenen Gemeinden, die Stadt Lindau und die Bürger, die Diskussion zu versachlichen. „Die umweltfreundlichen Aspekte und Zeiteinsparungen sollten stärker in den Vordergrund treten“, schreibt das Energieteam in einer Pressemitteilung.

Nachdem die Bahn ihre Pläne zur Elektrifizierung öffentlich gemacht hat, haben die betroffenen Gemeinden Bodolz und Nonnenhorn sowie die Stadt Lindau Bedenken geäußert. „Grundtenor ist hierbei die Angst vor mehr Güterzügen und hier insbesondere der Betrieb der Strecke auch zwischen null und fünf Uhr“, schreibt das Energieteam. „Einige Mitbürger stören sich an Oberleitungsmasten, die die Sicht versperren.“ Die Gemeinde Wasserburg hat sich bislang zu den Plänen noch nicht geäußert.

Das Energieteam Wasserburg spricht sich nun aus Umweltschutz- und Energieeffizienzgründen nachdrücklich für die baldmöglichste Elektrifizierung der Bahnstrecke aus. Die heutigen Personen- und Güterzüge würden von „lauten und stinkenden Dieselloks“ gezogen. Insbesondere das Halten und Wiederanfahren in den Bahnhöfen beeinträchtige die Anwohner und Gäste. „Demgegenüber sind die E-Loks deutlich leiser und erzeugen vor Ort keine Abgase, und die Bahn betreibt ihr Oberleitungsnetz mit einem erheblichen Anteil Ökostrom“, schreibt das Energieteam.

Durch die Elektrifizierung werde auf der Strecke nach Friedrichshafen keine nennenswerte Steigerung des Bahnverkehrs möglich sein, denn die Kapazität auf der Strecke ist vor allem durch die eingleisigen Streckenabschnitte begrenzt. Zukünftig entfalle das Umspannen der Züge in Lindau und in Ulm. Die Haltezeit der Züge werde jeweils um etwa fünf bis zehn Minuten verkürzt. „Die Elektrifizierung bringt uns dem Ziel einer Bodensee-S-Bahn ein Stück näher“, heißt es in der Pressemitteilung.

Eine mögliche Öffnung der Bahnstrecke in den Nachtstunden steht laut Energieteam nicht mit der Elektrifizierung in Zusammenhang. „Diese Öffnung könnte die Bahn jederzeit ohne ein öffentliches Genehmigungsverfahren umsetzen. Wenn es sich vermeiden lässt, sollte auf den Betrieb der Bahnstrecke in der Nacht verzichtet werden.“

In den siebziger Jahren habe es die Werbekampagne „Güter gehören auf die Bahn“ gegeben. An dieser Forderung habe sich aus ökologischer Sicht bis heute nichts geändert. „Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte freilich war eine ganz Andere. Umso mehr sollten auf den Bahnlinien Lindau Richtung München und Friedrichshafen wieder mehr Güterzüge rollen, damit die leidgeplagten Anwohner der A96 und der B31, die den Güterverkehr Tag und Nacht ertragen müssen, zumindest ein wenig entlastet werden“, so das Energieteam.

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