Country-Sängerin Kim Carson und ihre Band The Real Deal begeistern mit Konzert in Hengnau

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 Auf Sängerin Kim Carson und ihre Band The Real Deal warten im Wasserburger Ortsteil Hengnau viele langjährige Fans ihrer Musik
Auf Sängerin Kim Carson und ihre Band The Real Deal warten im Wasserburger Ortsteil Hengnau viele langjährige Fans ihrer Musik und feiern begeistert mit Country-Musik. (Foto: Babette Caesar)
Babette Caesar

Als die „Honky Tonk Queen von New Orleans“ ist sie in Amerika bekannt. Aber nicht nur dort, sondern auch in Europa, wo sie jeden Sommer durch die Schweiz, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich, Dänemark und Deutschland tourt. Am Samstagabend hat sie einen Stopp in Wasserburg eingelegt, auf Einladung der Bürgerstiftung Wasserburg. Jetzt zum ersten Mal auf dem alten Sportplatz in Hengnau.

Ein frisch gemähter Rasen unter strahlend blauem Himmel – mehr konnten sich die Verantwortlichen der Bürgerstiftung nicht wünschen als bestmöglichen Startschuss für das zweistündige Open Air-Country-Konzert. Im vergangenen Sommer sei sie nicht hier gewesen. „I would missing you“, rief Country-Sängerin Kim Carson von der Bühne aus ins Publikum. Mit besonderem Dank an Hans-Günther Winkler, dem zweiten Vorsitzenden der Bürgerstiftung.

Mitgebracht hatte sie ihre Band The Real Deal mit Geigenspieler und Fiddler Will Darvil, genannt „Buckshot Willie“ aus New Orleans. Am Schlagzeug Eric Grifftith aus Houston, dessen Vocals im zweiten Set zum Standard „Shadow on the wall“ im Gewand einer soften Ballade ertönte. Und Johnny Falstaff aus Texas steuerte einen unverwechselbaren Gitarrensound bei, der alle Bluesliebhaber erfreut haben dürfte.

Den Wasserburgern ist diese US-amerikanische Formation bestens bekannt, und so feierten sie ein (fast) alljährlich wiederkehrendes Comeback. Am Rande der Bühne wurden auf Decken spontane Picknicks unternommen, nebenan auf dem Sportplatz gekickt oder Frisbee gespielt. Nicht selten waren Besucher in klassischem Country-Style mit Cowboy-Stiefeln, Jeans, Weste und Hut auszumachen. Mittendrin eine Gruppe der „Virginia Line Dancer“, die es sich nicht nehmen ließ, zu Kim Carsons Honky Tonk und Rockabilly zu tanzen.

Sie, geboren und aufgewachsen in Ardmore in Oklahoma, einer Kleinstadt nördlich von Dallas, gilt als unangefochtene Queen dieser Musik. Angeblich habe sie singen können, bevor sie sprechen lernte. Die Klavierstunden der Mutter taten ein Übriges für den gelungenen Start in der Musikbranche. Den legte Kim Carson 1993 als Sängerin einer Rockband hin, und dieser groovende Sound schwingt bis heute mit.

In Songs, die vom Trinken von Whiskey und Bier erzählen, und in einem entspannten Zusammenklang aller vier Stimmen, die ein Gefühl wie „on the road“ hinterlassen. Kim Carson ist Sängerin, Musikerin und Entertainerin in einer Person. Das beherrscht sie aus dem Effeff, ohne dick aufzutragen, sondern ganz selbstverständlich und publikumsnah. Wenn zu Will Darvils Cajun Music in einem ungeheuer hohem Tempo die Zuschauer mitklatschen oder zum Song „Tequila“ mitgesungen wird. Das ist keine plumpe Mitmach-Aktion, sondern passt in Rhythmus und Takt. Carson gibt mal die Sanfte, mehrheitlich in den selbst komponierten Stücken aber die taffe und durchsetzungsstarke Künstlerin.

„Don´t fear the twang“ ist ihr Motto

Dazu trägt im Wesentlichen der waschechte Honky Tonk-Sound aus den Südstaaten, der so genannte Twang bei. „Don´t fear the twang“ ist dann auch ihr Motto, dessen melodiösem Klang sich kaum jemand erwehren kann. Zwischen den Songs versteht sie es, mit viel Humor das eigene Berufsbild auf die Schippe zu nehmen. Mit Blick auf die Gitarrensaiten sei es reine Zeit- und Geldverschwendung, sich als Musikerin die Nägel maniküren zu lassen – es halte nicht lange. Davon erzählt „Guitar playing girls“.

Sechs Wochen sind sie bereits auf Tour und weitere sechs Wochen liegen noch vor ihnen. Seit 2000 unternimmt sie diese sommerlichen Abstecher nach Europa – auch auf Bühnen wie die in Hengnau, wo neben eigenen Kompositionen viel geliebte Coverversionen wie Johnny Cashs „Ring of fire“ mit Mundharmonika und Tamburin unter ihrem Fuß weit über den Rasenplatz hinaus erklangen.

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