Sigmarszeller Haushalt ist auf die Zukunft fokussiert

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 Rund 6,2 Millionen Euro investiert die Gemeinde Sigmarszell im aktuellen Haushaltsjahr.
Rund 6,2 Millionen Euro investiert die Gemeinde Sigmarszell im aktuellen Haushaltsjahr. (Foto: Jens Wolf, dpa)
Isabel Kubeth de Placido

Der aktuelle Haushalt der Gemeinde Sigmarszell ist mit einem Gesamtvolumen von mehr als elf Millionen Euro auf die Entwicklung der Gemeinde ausgerichtet. Mit dabei sind einige Investitionen, die Entwicklungen anschieben, die auf die nächsten Jahre ausgerichtet sind. Allein im Jahr 2019 will der Gemeinderat für rund 6,2 Millionen Euro investieren.

„Der Haushalt ist wieder mal gut bestückt und gut durchdacht“, kündigte Bürgermeister Jörg Agthe an, ehe Kämmerin Michaela Schmid dem Sigmarszeller Gemeinderat das umfassende Zahlenwerk samt der Finanzplanung bis ins Jahr 2022 vorstellte.

Insgesamt weist der Sigmarszeller Haushalt ein Gesamtvolumen in Höhe von rund 11, 7 Millionen Euro auf. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt, der die jährlich wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben einer Gemeinde widerspiegelt, rund 5,5 Milionen Euro.

Auf den Vermögenshaushalt, der wiederum die vermögenswirksamen Ausgaben sowie die Fördergelder als Einnahmen enthält, entfallen 6 232 800 Euro.

Geld, das die Gemeinde in ihre Entwicklung investieren will. Allein für Straßen und Brücken der Gemarkung Sigmarszell sieht der Haushalt über eine Million Euro vor. Dabei sind Maßnahmen etwa in der Egghaldenstraße, an der Ortsdurchfahrt Zeisertsweiler, in der Weiherstraße ebenso vorgesehen wie „An der Halde“, „Auf der Scheibe“, „Im Priel“ oder an der Brücke Geislehen.

Umfangreiche Kanalarbeiten

Doch auch für die Abwasserentsorgung und damit vor allem für Kanalarbeiten nimmt die Gemeinde mit über 900 000 Euro viel Geld in die Hand. Am meisten schlägt hier die Sanierung des Kanals in Witzigmänn mit knapp 500 000 Euro zu Buche. Und auch das Rückhaltebecken in Bösenreutin kostet Sigmarszell noch einmal 30 000 Euro.

Geld für schnelles Internet ist ebenfalls das zweite Jahr in Folge eingestellt. Von den 635 000 Euro, die der Breitbandausbau in diesem Jahr kosten soll, bekomme die Gemeinde das meiste, nämlich 503 000 Euro als Förderungen wieder. Ebenfalls einen großen Posten, nämlich fast 1,5 Millionen Euro, will die Gemeinde zudem in neue Baugebiete und Dorferneuerungsmaßnahmen investieren. Damit verbunden: Grundstückskäufe und deren Erschließung.

Darüber hinaus investiert die Gemeinde in ihre Feuerwehren. Allein für verschiedene Anschaffungen hat die Kämmerin gut 58 000 Euro eingeplant. Hinzu kommen nochmal 275 000 Euro für das Feuerwehrhaus in Bösenreutin und 250 000 Euro für das Feuerwehrhaus in Niederstaufen.

Doch auch Kulturpflege und Sport werden bedacht. So sind für die Sanierung der Sigmarszeller Kirche 38 500 Euro eingestellt. Der TSV Schlachters bekommt 13 000 Euro für einen Soccer Court, der TSV Niederstaufen 9000 Euro für einen Zaun und der TC Sigmarszell 1000 Euro für ein Minispielfeld.

Für den Glasfaserausbau der Schule setzt die Gemeinde anteilig 38 000 Euro an. Für die Um- und Ausbauten der Kita St. Wendelin in Niederstaufen sind heuer 260 000 Euro vorgesehen und für die Kita St. Raphael in Schlachters, in der neue Betreuungsplätze geschaffen werden sollen, 135 000 Euro. Auch in die städtebauliche Entwicklung investiert die Gemeinde Sigmarszell: sei es in den Dorfplatz und die Alte Schule in Bösenreutin oder den Bahnhalt, den Spielplatz, den Dorfplatz und den alten Bahnhof in Schlachters. Teilweise sind diese Projekte bereits angelaufen, teilweise starten sie entweder heuer oder erst in einem der kommenden Jahre.

Die Finanzplanung der Gemeinde reicht bis ins Jahr 2022 und hat dafür Förderprogramme wie die Städtebauförderung „Innen statt Außen“ oder das Ortsentwicklungkonzept Schlachters (IsA) beantragt. „Wir haben bei der Regierung von Schwaben alle Förderungen beantragt, um zu zeigen: Wir meinen es ernst“, sagte Bürgermeister Agthe dem Gemeinderat.

Agthe erklärte zudem, dass er weder damit rechne, dass alle Förderzusagen in Höhe von insgesamt 997 500 Euro bewilligt würden, noch dass alle Vorhaben heuer starten könnten. Das bedeute, dass Sigmarszell keine Kredite aufnehmen müsse.

Denn um all die Investitionen zu stemmen, muss die Gemeinde Sigmarszell Geld aus ihren Rücklagen nehmen und zudem einen Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufnehmen.

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