Jörg Agthe setzt sich knapp durch

Lesedauer: 3 Min
Gleich nach der Bekanntgabe war Jörg Agthe von Gratulanten umringt. (Foto: Aimée Jajes)
Schwäbische Zeitung
Aimée Jajes

75 Stimmen haben in Sigmarszell die Wahl entschieden: Mit 52,9 Prozent hat sich Jörg Agthe, der für die Freie Bürgerschaft ins Rennen ging, knapp gegen Norbert Kurzemann durchgesetzt. Der 32-jährige Doktorand wird ab Mai die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Walter Matzner übernehmen.

„Ich hatte das Gefühl, dass es ganz knapp wird“, sagte Agthe nach der Verkündung des Ergebnisses. Von rund 1300 Wählern setzten 682 Sigmarszeller ihr Kreuzchen hinter seinen Namen. Der 32-Jährige ist erleichtert, sagte er. „Doch gleichzeitig weiß man, dass man eine sehr große Verantwortung übernimmt.“

Rund 100 Bürger fieberten im Haus des Gastes in Schlachters dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl entgegen. Als es um kurz nach 19 Uhr endlich soweit war, fiel der Applaus verhalten aus. Was vielleicht auch daran lag, dass nicht alle bei der ersten Durchsage verstanden hatten, wer jetzt nun den Chefposten im Rathaus übernehmen wird.

Schon gleich darauf aber umringten Gratulanten den neu gewählten Bürgermeister. Einer der ersten, der ihm die Hand schüttelte, war Kurzemann. „Wir haben ausgemacht, dass wir weiter sachlich zusammenarbeiten“, sagte Agthe hinterher und betonte den fairen Wahlkampf. Kurzemann, Kandidat der Wählergemeinschaft Bösenreutin-Sigmarszell-Niderstaufen, zeigte sich ebenfalls erleichtert, dass der Wahlkampf nun überstanden ist. Der Niederstaufener glaubt, dass seine Niederlage mitunter damit zu begründen ist, dass zwischen den Ortsteilen Unstimmigkeiten herrschen.

In welchen Ortsteil Agthe nun ziehen wird, weiß er noch nicht. „Bisher habe ich nur Angebote aus Schlachters und Thumen“, sagte er. Aber dass er seinen Wohnsitz von München nach Sigmarszell verlegen wird, das steht für ihn fest. In einer kurzen Rede bedankte sich Agthe schließlich bei seinen Wählern. „Und denen, die mich nicht gewählt haben, will ich die Hand reichen.“ Als nächstes wird er die Beurlaubung von seiner Doktorarbeit beantragen. Aber am Wahlabend wollte er erstmal mit den Sigmarszellern feiern.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen