Gemeinde lässt Bäume überprüfen

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Schwäbische Zeitung
Maria Luise Stübner

Die meisten Gemeinden im Landkreis Lindau haben es schon. Jetzt wird auch Sigmarszell ein Baumkataster erstellen lassen. Die Gemeinderäte haben diesem Vorhaben in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig ihr Einvernehmen erteilt.

Gut 6000 Euro kostet das Kataster von Bäumen an Straßen, gemeindlichen Parkanlagen und Spielplätzen erstellen. Je nach Alter und Zustand der Bäume sowie Verkehrslage sind danach in gewissen Abständen Kontrolluntersuchungen durchzuführen. Pro Baumuntersuchung werden dann je 5,35 Euro netto fällig.

Der Vertrag mit der Lindauer Baumpflege ist vorerst auf fünf Jahre angelegt. Er orientiert sich an einem Baumbestand von rund 500 Bäumen. „Wir haben die Pflicht zu handeln“, hatte Bürgermeister Jörg Agthe zuvor dem Gemeinderat klargemacht. Die Gemeinde sei im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht für die Abwehr von Gefahren verantwortlich. Im Schadensfall zahlten die kommunalen Versicherer nur, wenn Baumkataster und regelmäßige Kontrollnachweise vorgelegt werden. Ansonsten müsse die Gemeinde für Schäden aufkommen, sagte Agthe.

Das sei kürzlich auch Thema bei der Versammlung des Kreisverbandes des Bayerischen Gemeindetags gewesen. Junge Bäume (bis zu 15 Jahre) müssten nicht kontrolliert werden, Bäume in der Reifephase alle drei Jahre, in der Alterungsphase (ab 50 Jahre) alle zwei Jahre. Bei geschädigten Bäumen bedürfe es einer häufigeren Überprüfung.

Die Erstellung des Katasters und Kontrolluntersuchungen müsse in die Hände fachlich qualifizierter Personen gelegt werden, übermittelte Agthe. Die Gemeinde habe auch einen besonderen Vertreter zu benennen, der für diesen Bereich zuständig ist. In der Diskussion wunderte sich Ulrich Häußler, dass Sigmarszell im Gegensatz zu den Nachbargemeinden Hergensweiler und Weißensberg bisher in Sachen Baumkataster noch nicht tätig geworden war. Auch bat er darum, nicht mehr lange weiter zu diskutieren. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagte Häußler.

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