Nonnenhorner Torkel wird vorerst nicht umgebaut

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Weil die nötigen Stellplätze nicht nachgewiesen sind, darf der Torkel zunächst nicht umgebaut werden.
Weil die nötigen Stellplätze nicht nachgewiesen sind, darf der Torkel zunächst nicht umgebaut werden. (Foto: Julia Baumann)
Schwäbische Zeitung

Das Nonnenhorner Hotel Torkel darf vorerst nicht umgebaut werden. Der Gemeinderat hat am Montagabend einstimmig sein Einvernehmen zum Bauantrag der Eigentümer verweigert. Der Grund: nach Ansicht der Räte gibt es zu wenig Stellplätze.

Dabei wollen die Eigentümer ihren Betrieb sogar um ein Hotelzimmer reduzieren. Abgesehen davon planen sie, die Fassaden im Stammhaus neu zu gestalten, dort Dachgauben einzubauen und den Treppenraum zu verlegen. Im Zwischenbau sollen Hoteleingang und Lobby sowie die Terrasse neu gestaltet werden und unter anderem einige Räume vergrößert werden.

Der Bauausschuss hatte sich in seiner vergangenen Sitzung schon mit dem Umbau beschäftigt und sich dagegen ausgesprochen, wie Bürgermeister Rainer Krauß am Montagabend berichtete. Zwar sei in den Plänen, die die Bauherren vorlegten, die nötige Anzahl an Stellplätzen eingezeichnet. „Aber der Bauausschuss glaubt, dass die Stellplätze so nicht funktionieren.“

Insgesamt muss es am Torkel 36 Parkplätze geben, damit Hotelgäste, Mieter und Mitarbeiter genug Möglichkeiten haben, dort zu parken. Elf Parkplätze gibt es in der hauseigenen Tiefgarage, sodass 25 Autos um das Gebäude geparkt werden müssen. Diese Stellplätze sind im Bauplan zwar eingezeichnet, allerdings mit einer Breite von 2,50 Meter. „Eine Breite von 2,50 Metern ist nicht mehr zeitgemäß, neue Autos sind breiter“, sagte Michael Hornstein – zumal am Bodensee auch eher betuchte Leute Urlaub machten. „Eine Mercedes S-Klasse ist mit Spiegel schon 2,10 breit.“

Claus Bihl verwies darauf, dass im Zuge der Dorferneuerung neue Parkplätze angelegt wurden, die alle breiter als 2,50 seien – unter anderem vor dem Torkel. Dort sind zur Seehalde hin bereits Parkplätze gepflastert, die breiter sind. Im Plan der Bauherren sind an dieser Stelle mehrere schmale Parkplätze eingezeichnet. „Ich weiß nicht, ob die Parkplätze nur vom Platz her nachgewiesen sein müssen oder ob sie auch so hingemalt werden müssen“, sagte Krauß.

„Man darf nicht nur hingehen, und 25 Plätze zusammendrücken“, fand Roland Hornstein. Denn für die Hotelgäste sei das eine Katastrophe. „Es wird auf Dauer nicht funktionieren und dann sind die Leute auf die Umgebung angewiesen.“

Neuer Sachverhalt durch Bauantrag

Mehr Parkfläche, als in den neuen Plänen angegeben, gab es am Torkel auch vorher schon nicht – und die Eigentümer wollen das Gebäude nicht maßgeblich vergrößern, sondern im Bestand umbauen. „Aber jetzt gibt es einen Bauantrag und damit ist es ein neuer Sachverhalt“, erklärt Bürgermeister Krauß nach der Sitzung. Ebenso wie jetzt seien die Stellplätze um das Gebäude auch vorher nur auf dem Papier vorhanden gewesen, aber nicht real in dieser Anzahl genutzt worden.

Das Landratsamt soll nun prüfen, ob es reicht, dass die Stellplätze auf dem Papier – und damit nur theoretisch – vorhanden sind.

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